Fersenbeinbrüche heilen oft nur schwer. So war es auch bei einem 38-jährigen Patienten, der meine Sprechstunde aufsuchte. „Ich leide seit vielen, vielen Jahren unter den Folgen der Fraktur. Mein Unfall ist bald acht Jahre her und immer noch spüre ich deutliche Einschränkungen beim Gehen. Ein Spaziergang auf hartem, unebenem Boden wird für mich zur Qual“, berichtete er mir. Der 38-Jährige hatte sich den größten Knochen im Fuß, das Fersenbein, bei einem Unfall im Wanderurlaub gebrochen. „Vielfach sind Einschränkungen über Monate, ja sogar Jahre und Jahrzehnte die Folge“, erklärte ich dem Patienten. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das Subtalargelenk mit betroffen ist, das Sprung- und Fersenbein verbindet.
Neben Bergsteigern und Turnern trifft es häufig auch Autofahrer oder andere Verkehrsteilnehmer bei Unfällen: Durch die Krafteinwirkung bei Sturz oder Kollision bricht das Fersenbein, in zwölf bis 18 Prozent aller Fälle beidseitig. Häufig kommt es dabei auch zu einer Fehlstellung des größten Knochens des Fußskeletts. Dieses verschiebt sich in Richtung Außenknöchel – mit oft langwierigen Auswirkungen: „Selbst nach erfolgreicher Heilung klagen Betroffene später vielfach über diffuse Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Subtalargelenk“, erklärte ich. Denn häufig ist die Ausrichtung der Beinachse und der Gelenkflächen dauerhaft gestört – nicht nur im unteren, sondern auch im oberen Sprunggelenk. Bei einem komplizierten Fersenbeinbruch mit Verschiebungen bleibt in der Regel nur die Operation. Ist der Bruch unkompliziert verlaufen, so reicht meist eine konservative Therapie. Durch Entlastung und Ruhigstellung kann das gebrochene Fersenbein ausheilen. Doch häufig kommt es, ebenso wie bei einer operativen Behandlung, im Nachhinein zu einer Arthrose des unteren Sprunggelenks als Folgeschaden.
Durch fortschreitenden Verschleiß ist es immer weniger in der Lage, Unebenheiten des Untergrundes wie Bodenwellen oder Schlaglöcher richtig auszugleichen. Oft reichen ein Steinchen oder der falsche Schuh, um ein Gefühl der Belastungsunfähigkeit hervorzurufen. Wie mein Patient suchen Betroffene häufig deshalb Jahre nach einer bereits ausgeheilten Fersenbeinfraktur mit zunehmenden Beschwerden und Bewegungseinschränkungen wieder den Orthopäden auf. Bei leichterer Arthrose können entsprechende Schuhe sowie Einlagen helfen, die Symptome zu verbessern. Erwogen werden kann im frühen Stadium auch eine Knorpeltherapie des Subtalargelenks. „Unerlässlich sind regelmäßige Eigenübungen sowie Physiotherapie zum Aufbau der Fuß-und Unterschenkelmuskulatur“, erklärte ich dem Patienten. Ziel der Behandlung ist es, das Gangbild zu verbessern und die Schmerzen weitgehend zu eliminieren. Zudem soll die Funktion des subtalaren Gelenks, also Kraft und Belastbarkeit, wiederhergestellt werden. Lassen sich die Beschwerden nicht mit Hilfe der konservativen Behandlung bekämpfen, so kann eine Arthroskopie des unteren Sprunggelenks helfen: Bei dieser Gelenkspiegelung werden Narben entfernt, aber auch Knorpelschäden im frühen Stadium gelenkerhaltend behandelt. Das gewünschte Ergebnis ist eine verbesserte Beweglichkeit und die Verminderung der schmerzhaften Entzündungsreaktion bei Arthrose.