Der Titel täuscht: "Gleißendes Glück" ist über weite Strecken ein furchtbar deprimierender Film. Aber einer mit viel Feingefühl.

Helene (Martina Gedeck) geht es nicht gut, ihre Beziehung läuft monoton vor sich hin. Über die Werbung wird sie auf einen Ratgeber von Eduard E. Gluck (Ulrich Tukur) aufmerksam. Nach einer Vorlesung des Psychologen finden sich beide auf sonderbare Weise interessant und lernen sich näher kennen. Es wird klar: Jeder von ihnen hat abgrundtiefe Geheimnisse. Eduard leidet unter Paraphilie, der krankhaften Sucht nach immer ausgefallenerer sexueller Stimulation. Wie kommt man aus einem Strudel von Antriebslosigkeit und Pornosucht heraus und findet zurück in ein glückliches, "normales" Leben?

Die Fragen, die Sven Taddicken in seiner Romanverfilmung "Gleißendes Glück" (2016) stellt, versprechen keine seichte Unterhaltung. Großartige Schauspieler tragen den Film, den die ARD unter dem Motto "KinoFestival im Ersten" nun zu später Stunde in einer Wiederholung zeigt. Der schwer verdauliche Themenmix aus Depressionen, Nihilismus und Paraphilie gerät so zu einem feinfühligen Beziehungs- und Selbstfindungsdrama.

Derzeit sind die beiden Hauptdarsteller Martina Gedeck und Ulrich Tukur erneut vor der Kamera vereint: In der Tragikomödie "Und wer nimmt den Hund?" von Regisseur Rainer Kaufmann spielen sie ein Paar, dessen Ehe nach etlichen gemeinsamen Jahren zu scheitern droht. Der Film läuft seit Anfang August im Kino.


Quelle: teleschau – der Mediendienst