Kinderraub
25.03.2026 • 02:35 - 03:25 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Demonstration für die Aufarbeitung des Kinderraubs in Spanien – in den letzten Jahren blitzte Hoffnung auf, dass die Tragödie endlich aufgeklärt würde. Doch auch die jüngste politische Initiative spanischer Opfergruppen scheint zum Scheitern verurteilt.
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Ein totes Baby im Eisschrank eines spanischen Krankenhauses: Es wurde jungen Müttern nach der Entbindung als fingierter Beweis für eine Totgeburt gezeigt.
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Soledad Luque Delgado ist als Aktivistin von „S.O.S. Bebés Robados“ für die Aufarbeitung des spanischen Kinderraubs aktiv.
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Demonstration von „S.O.S. Bebés Robados“ für die Aufarbeitung des Kinderraubs
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Originaltitel
Kinderraub - Ein dunkles Kapitel der katholischen Kirche
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
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Kinderraub

In vielen Ländern gab es Fälle von Kinderraub. Irland erlangte in diesem Kontext traurige Berühmtheit, ebenso Argentinien, Chile oder Australien - aber nirgendwo auf der Welt verschwanden so viele Babys wie in Spanien. Und nirgendwo sonst widerfährt den Opfern so wenig Gerechtigkeit. Dass der spanische Diktator Franco nach dem Bürgerkrieg mehr als 100.000 Regimegegner umbringen ließ, ist von Historikern ausführlich dokumentiert. Ein anderes Verbrechen blieb jedoch lange unbekannt: Organisierter Kindesraub. In den ersten Jahren der Diktatur ideologisch motiviert, entwickelte er sich bald zu einem lukrativen Geschäft, in das Ärzte, Anwälte, und vor allem die katholische Kirche verwickelt waren. Man schätzt, dass in spanischen Geburtskliniken bis in die 1990er Jahre an die 300.000 Babys verschwanden und mit gefälschten Papieren an kinderlose Paare verkauft wurden. Inzwischen suchen Mütter ihre Kinder - und Kinder ihre leiblichen Eltern - doch das gestaltet sich extrem schwierig: Kein Wunder angesichts fehlender Dokumente, mangelnden politischen Willens und vor allem der Mauer des Schweigens, mit der sich die Kirche umgibt. Zwar blitzte in den vergangenen Jahren immer wieder die Hoffnung auf, dass endlich Licht ins Dunkel dieser Tragödie kommen würde. Doch auch die jüngste politische Initiative spanischer Opfergruppen scheint zum Scheitern verurteilt. Und so ist es bisher nur einer Handvoll Menschen gelungen, ihre Angehörigen wiederzufinden. Die Mehrheit der Opfer lebt weiter in der traurigen Erkenntnis, dass es für sie kein richtiges Leben im falschen geben kann.

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