"Mordkommission Istanbul" konnte nicht länger in der Türkei gedreht werden, nun macht sich Erol Sander als Mehmet Özakin auf den Weg nach Bangkok.

"Mordkommission Istanbul" verlässt die Türkei. "Die Sicherheit unserer Crew hat höchste Priorität", begründete Produzentin Regina Ziegler den Schritt. Für Ermittler Özakin (Erol Sander) ging die Reise nun also nach Thailand. Und somit sind am ersten Weihnachtsfeiertag Kurzarmhemden und Schweißperlen angesagt – nur auf dem Bildschirm, versteht sich. Özakin geht in "Mordkommission Istanbul – Einsatz in Thailand" in Bangkok auf Verbrecherjagd. Allerdings kann der Zuschauer die vielen sommerlichen Landschaftsaufnahmen kaum in vollen Zügen genießen, zu sehr ist man damit beschäftigt, den Überblick über die vielen Figuren und deren Absichten in dem mit 170 Minuten extralangen Fall zu behalten.

Es beginnt mit einem verhängnisvollen Gefangenenaustausch: Zwar können Özakin und sein Assistent Mustafa Tombul (Oscar Ortega Sánchez) den thailändischen Mafiaboss Worawit Luang (Solarsin Ngoenwichit) in Bangkok übergeben, doch kurz darauf werden sie von seiner Schwester gekidnappt. Nun steht Özakin vor der Aufgabe den gerade erst eingelieferten Mafiaboss wieder aus dem Gefängnis zu befreien, sonst stirbt sein langjähriger Kollege Mustafa. Schnell mischen noch eine weitere Gangsterbande, die thailändische Polizei und ein totgeglaubter Freund von Özakin mit – jeder mit einem andere Plan und Geheimnis.

Bis der Zuschauer die Handlung und die Vorgeschichte nach und nach erklärt bekommt, muss er sich gedulden. Doch das konzentrierte Zuschauen lohnt sich, denn an Spannung mangelt es dem Thriller von Regisseur Peter Ladkani nicht. Es gibt kaum eine ruhige Minute, in der nichts Wesentliches passiert. Gleichzeitig greift der Krimi so viele Themen auf, dass es kaum möglich ist, allen die ihnen zustehende Zeit zu gewähren. Menschenhandel, Menschenrechte, Schmuggel und die Todesstrafe sind nur einige davon. "Es heißt internationale Menschenrechte, und die enden nicht an Landesgrenzen", meint Özakin. Solche wichtigen und richtigen Aussagen kommen immer wieder vor, bekommen aber kaum ausreichend Nachdruck, weil die Geschichte zu schnell voranschreitet. Am Ende bleibt dem mit erhöhtem Puls staunenden Zuschauer möglicherweise immerhin ein essenzielles, wenn auch nicht gerade originelles Thema im Kopf: Die Freundschaft! Sie ist alles, was zählt, aber nicht immer unkompliziert.

Schon 2016 wurden die Dreharbeiten aufgrund der politischen Situation in der Türkei von Istanbul nach Izmir verlagert, doch auch dort scheint das Drehen nicht mehr sicher genug. "Während wir in Izmir drehten, fanden in Istanbul der Putsch und das Flughafen-Attentat statt", erklärte die Produzentin Regina Ziegler, weshalb man nach Thailand weiterzog. Ob "Mordkommission Istanbul" bald wieder in der Türkei drehen wird, ist noch unklar.

Zuletzt konnten sich die Macher von "Mordkommission Istanbul" über gute Quoten freuen: Im März 2018 schalteten 5,16 Millionen ("Tödliche Gier") und 4,19 Millionen ("Der letzte Gast") bei Episoden der Krimireihe ein. Eines steht indes fest: "Einsatz in Thailand" war der letzte Fall von Oscar Ortega Sánchez, der seit 2008 an der Seite von Erol Sander spielte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst