Siegfried Lenz und die Kraft des Gewissens
14.03.2026 • 19:20 - 20:00 Uhr
Kultur, Literatur
Lesermeinung
Siegfried Lenz engagierte sich politisch und war seit den 1960er-Jahren mit Helmut Schmidt befreundet. 1970 begleitete er Kanzler Willy Brandt auf dessen historische Reise nach Polen, die durch Brandts Kniefall am Denkmal im ehemaligen Warschauer Ghetto w
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Siegfried Lenz, dessen Werke in rund 30 Ländern und 22 Sprachen in über 25 Millionen Exemplaren erschienen sind, gehört zu den wichtigsten deutschen Schriftstellern der Nachkriegszeit.
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Als Verleger stand Günter Berg in regem Austausch mit Siegfried Lenz. Nach dessen Tod findet Berg im Nachlass des Schriftstellers den unveröffentlichten Roman “Der Überläufer”, der nach der posthumen Veröffentlichung zum Bestseller wird.
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Am 17. März 2026 würde Schriftsteller Siegfried Lenz 100 Jahre alt werden. Mit seinem Werk prägte er die deutsche Nachkriegsliteratur. Er setzte sich immer wieder mit individueller Verantwortung, Gewissen und Pflicht auseinander - Themen, die uns angesich
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Originaltitel
Siegfried Lenz und die Kraft des Gewissen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Kultur, Literatur

Siegfried Lenz und die Kraft des Gewissens

Am 17. März 2026 wäre Siegfried Lenz (1926-2014), einer der bedeutendsten deutschen Nachkriegsautoren, 100 Jahre alt geworden. Viele seiner Bücher sind weltweit bekannt. Die Dokumentation beleuchtet das Leben und Schaffen des Autors, der die deutsche Literatur und Nachkriegsgesellschaft mit seinem politischen und ethischen Anspruch prägte. Weltberühmt wurde Lenz mit seinem 1968 erschienenen Roman "Die Deutschstunde". 1945 verlässt Siegfried Lenz als junger Soldat, ernüchtert und desillusioniert von den Geschehen des Zweiten Weltkriegs, seinen Posten in Dänemark und macht sich auf den Weg nach Deutschland. In seine alte Heimat, Masuren im heutigen Polen, kann er nicht zurück. Nachdem er für kurze Zeit in britische Gefangenschaft gerät, zieht es ihn nach Hamburg. Die Stadt an der Elbe wird sein zweites Zuhause werden, viele seiner Bücher werden dort spielen. Im Jahr 2001 macht ihn die Hansestadt zum Ehrenbürger. "Wir leben im Frieden, in einem unfertigen, notdürftigen, immer gefährdeten Frieden. Die Kräfte bedenkend, die ihm entgegenstehen, die Belastungen zählend, denen er ausgesetzt ist, die Aufgaben prüfend, die er uns stellt, möchte ich das, womit wir dem Frieden heute dienen können, mit wenigen Worten sagen: Widerstand, Widerstand gegen die, die den Frieden bedrohen mit ihrem Machtverlangen, mit ihrer Selbstsucht, mit ihren rücksichtslosen Interessen." (Siegfried Lenz, Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels) Heute, in einer Zeit, in der Frieden wieder brüchig ist und Aggressionen selbst ernannter Potentaten wie Putin und Trump über das Schicksal von souveränen Staaten entscheiden, sind Lenz' Worte wieder hochaktuell. In seinem Werk setzt sich Lenz immer wieder mit Pflicht, Gehorsam, Moral, Gewissen und individueller Verantwortung auseinander. Themen, mit denen wir heute angesichts autoritärer Regime, Demokratieverlust, zivilem Ungehorsam und Krieg erneut konfrontiert sind. Ab den 1950er-Jahren arbeitet Lenz regelmäßig für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Förderung der freien Meinungsbildung in einer Demokratie stand bei dessen Gründung 1950 im Vordergrund, man war in der Nachkriegszeit kritischen Stimmen gegenüber offen und förderte viele Autorinnen und Autoren. In den über 150 Texten und Beiträgen äußert auch Lenz sich oft zeitkritisch, es entstehen einige kleine Stücke, die später zu Büchern werden wie "Der Mann im Strom". Lenz, berühmt für seine eindrücklichen, fast greifbaren Naturbeschreibungen, widmet sich seit den 1980er-Jahren einem Thema, das uns heute und auch in Zukunft herausfordert: dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Bis zu seinem Tod engagiert er sich für die Umwelt und warnt bereits früh vor den Gefahren der Zerstörung unseres Lebensraums. Trotz schwerer und ernster Themen bleibt Lenz Geschichtenerzähler, der seinen Lesern vertraut und der es schafft, mit viel Empathie für Land und Leute und ohne urteilend zu werden die großen gesellschaftlichen Themen im ganz Kleinen zu erzählen. Die Dokumentation gibt Einblicke in die Stationen im Leben des Schriftstellers - seinen Einsatz als Soldat im Zweiten Weltkrieg, seine Liebe zu seiner zweiten Heimat Hamburg, seine zwischenmenschlichen Beziehungen und zahlreichen Ehrungen - und in sein Werk, zu dem 15 Romane, zahlreiche Hörspiele, Essays und Theaterstücke gehören. Im Film äußern sich wichtige Weggefährten von Lenz - unter anderen der Freund und Verleger Günter Berg. Politikwissenschaftlerin und Social-Media-Creatorin Nina Poppel zeigt Parallelen zur aktuellen politischen Situation auf. Schauspieler Ulrich Tukur leiht dem Schriftsteller für prägnante Zitate seine Stimme.

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