Umwelt Crime: Der Müllbaron von Brandenburg
06.03.2026 • 02:35 - 03:05 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
In der Deponie Altbensdorf wurde illegal Müll entsorgt. Bei Kontrollen wurde unter einer dünnen Erdschicht unerlaubt abgeladener Plastikmüll entdeckt.
Vergrößern
In der Deponie Altbensdorf wurde illegal Müll entsorgt. Bei Kontrollen wurde unter einer dünnen Erdschicht unerlaubt abgeladener Plastikmüll entdeckt.
Vergrößern
Originaltitel
Der Müllbaron von Brandenburg - Das Millionengeschäft mit illegalem Abfall
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Umwelt Crime: Der Müllbaron von Brandenburg

Geschredderte Problemabfälle, Schäden in Millionenhöhe - ab 2005 macht ein Entsorgungsunternehmer in Brandenburg Kasse mit illegal vergrabenem Müll. Erst nach Jahren fliegt der Betrug auf. Die heiße Ware lässt sich der "Müllbaron" aus ganz Deutschland liefern. Mehr als 3000 Lastwagenladungen voll mit gehäckselten Medizinabfällen, Kunststoffschnipseln und Bauresten verkippt er auf seinen sieben Deponien im LK Potsdam-Mittelmark. Für den "Müllbaron" ist es ein einträgliches Geschäft: Rolf B. (geänderter Name) verdient rund vier Millionen Euro mit den Müllschiebereien, renoviert sein Haus, kauft sich Forstgebiete und Ackerland, gönnt sich teure Autos und Jagdwaffen. Warum geht das so lange gut? Warum schöpfen die Behörden keinen Verdacht? Rolf B. hebelt die Kontrollmechanismen systematisch aus. Er lässt Lieferscheine fälschen und zahlt Bestechungsgeld an eine Amtsmitarbeiterin, um Kontrolltermine zu erfahren. Er vergräbt die belasteten Abfälle geschickt unter Erd- und Hausmüllschichten, sodass Kontrolleure auf Anhieb keinen Verdacht schöpfen. Bei den Ämtern macht er sich mit günstigen Preisen und freundlichen Umgangsformen beliebt. Doch der ehemalige Stasimitarbeiter kann auch anders. Als Anwohner stutzig werden und beginnen, über die zahlreichen Mülltransporte zu tuscheln, schüchtert er sie durch seinen Anwalt ein, der mit Verleumdungsklagen droht. Erst nach Jahren werden die Behörden aufmerksam. Im September 2008 nimmt ihn die Polizei fest. Im Verfahren gesteht Rolf B. die Müllschiebereien, doch Reue oder Einsicht zeigt er nicht, sagen Prozessbeobachter. Der "Müllbaron" wird zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Seine Taten wirken bis heute nach, denn der Problemmüll lagert weiterhin im Boden. Weder die Gemeinden noch der Landkreis wollen die Sanierungskosten in Millionenhöhe aufbringen. Die Umwelt-Crime-Doku rekonstruiert den Fall des "Müllbarons" und geht der Frage nach, warum die schmutzigen Geschäfte des Rolf B. so lange unentdeckt blieben.

Das beste aus dem magazin

Oliver Wnuk und Tobias Vogel mit einer Leinwand.
HALLO!

Maximaler Raum für eigene Gedanken: Ein Gespräch mit Oliver Wnuk

Oliver Wnuk, bekannt aus "Nord Nord Mord" und "Stromberg", veröffentlicht zusammen mit Cartoonist Tobias Vogel das Buch "Besser wird's nicht". Ein Werk voller persönlicher Einblicke und humorvoller Cartoons, das beim Lappan Verlag erscheint.
Andrea König ist Leiterin zweier Apotheken in Brandenburg an der Havel und Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg.
Gesundheit

Warum wirkt das Antibiotikum nicht?

Eine Kundin berichtet von ihrer erfolglosen Behandlung einer Blasenentzündung nach dem Urlaub in Sri Lanka. Der Apotheker gibt wichtige Hinweise, wie Resistenzen vermieden werden können und was bei der Medikamenteneinnahme zu beachten ist.
Eine Frau hält ein Hörgerät in der Hand.
Gesundheit

3. März: Welttag des Hörens

Am 3. März ruft die WHO zum Welttag des Hörens auf, um das Bewusstsein für die Bedeutung guten Hörens zu schärfen. Studien zeigen: Hörgeräte verbessern die Lebensqualität.
Ein Mann und eine Frau sitzen mit ernstem Blick im Auto.
HALLO!

Fritz Karl: „Ich hätte nicht gedacht, dass mir das Schreiben so leichtfällt“

Kriminalpsychologe Thomas Meiberger (Fritz Karl) bekommt es im ersten Film in der neuen Reihe „Der Salzburg-Krimi“ mit einer Mordserie zu tun, die mit dem Fund eines Gekreuzigten im Wolfgangsee beginnt. prisma sprach mit Fritz Karl, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist.
Eine Grafik: Ein Koffer aus Gras.
Reise

Nachhaltigkeit: Mehr Wunsch als Realität

Die Deutschen wollen gerne nachhaltig reisen – doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Das zeigt ein neuer Bericht zum Nachfragemonitor „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“. Nachhaltigkeit fängt schon beim Thema Anreise an. Wie wäre es also mal mit einer Bahnfahrt in den Urlaub? Schöne Ausblicke unterwegs inklusive. prisma stellt eine Auswahl interessanter Strecken und Ziele vor.
Professor Amir A. Mahabadi in weißem Kittel.
Gesundheit

Undichte Herzklappen: Katheter statt OP am offenen Herzen

Dank minimalinvasiver Katheterverfahren sind Herzklappenoperationen heute schonender als je zuvor. Vor allem für ältere Patienten bedeutet das mehr Lebensqualität und weniger Risiken.