Zwischen Schulbank und Schießstand
28.10.2026 • 18:00 - 18:45 Uhr
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Originaltitel
Zwischen Schulbank und Schießstand - Wie Europas Armeen um Nachwuchs kämpfen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
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Zwischen Schulbank und Schießstand

Schon in wenigen Jahren könnte es zu einem Angriff Russlands auf NATO- und EU-Gebiet kommen, befürchten Politikerinnen und Politiker. Gleichzeitig wird das Verteidigungsbündnis mit den USA infrage gestellt. Europa versucht deshalb, die eigenen Verteidigungsfähigkeiten so schnell wie möglich zu stärken. Die Bundeswehr soll innerhalb weniger Jahre "kriegstüchtig" werden, als "konventionell stärkste Armee" in Europa - so der Plan von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Bis 2035 soll die Truppe von derzeit 186.000 auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Deshalb wirbt die Bundeswehr massiv um Nachwuchs. Ein Mittel: einwöchige Schnupperangebote für Jugendliche und junge Erwachsene. In einer Art Grundausbildung im Zeitraffer lernen sie das Leben im Feld kennen, werden sportlich gefordert und es wird ihnen Disziplin abverlangt. Die Hoffnung der Bundeswehr: Dass die jungen Menschen sich für den Soldatenberuf begeistern - ganz ohne Wehrpflicht. In Frankreich ist die Armee seit jeher gesellschaftlich tief verankert. Jugendprogramme gibt es flächendeckend im Land, und jedes Jahr wechseln viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer in eine militärische Ausbildung. Denn auch in Frankreich werden mehr Soldatinnen und Soldaten benötigt. Im Sommer 2026 startet ein neuer Freiwilligendienst der Armee, der innerhalb von zehn Jahren auf 50.000 Männer und Frauen anwachsen soll. Einen ganz anderen Weg geht Lettland, das direkt an Russland grenzt. Dort wurde als Reaktion auf die russische Bedrohung zum einen der Wehrdienst wieder eingeführt, zum anderen aber auch ein neues Schulpflichtfach: "Landesverteidigung". Seither stehen Schülerinnen und Schüler aller 10. und 11. Klassen regelmäßig im Schulflur mit einer Waffe im Anschlag, absolvieren Schießtraining auf dem Sportplatz oder lernen Navigation. Nicht alle stehen hinter dieser Maßnahme, und doch sagen viele Schülerinnen und Schüler: Es sei gut, vorbereitet zu sein. Für die junge Generation in Europa steht wieder die Frage im Raum, wie weit sie bereit ist, ihr Land im Ernstfall mit der Waffe zu verteidigen.

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