Hamburg, 1934: Den Schlachtermeister Albert Teetjen und seine Frau Stine drücken schwere Existenzsorgen. Ihre Kundschaft wandert zum großen Kaufhaus um die Ecke ab. Da erinnert sich Albert Teetjen seines alten Kriegskameraden Hans Peter Footh, der ein hoher SS-Offizier ist. Footh macht ihm ein Angebot. Wenn Teetjen den erkrankten Henker des Fühlsbütteler Zuchthauses ein einziges Mal verträte, bekomme er 2000 Mark. Vier Kommunisten, die im "Reeperbahn"-Prozess verurteilt wurden, müssen hingerichtet werden, damit der Führer endlich die Einladung annimmt, die Stadt zu besuchen. Albert Teetjen willigt nicht gern ein, aber er braucht das Geld. Maskiert vollstreckt er das Urteil mit seinem Beil. Er renoviert seinen Laden, und plötzlich ist die Kundschaft wieder da. Im Laufe der Zeit aber verdichten sich Gerüchte darüber, woher Teetjen das Geld für die Modernisierung seines Geschäfts hatte.

Der kleinbürgerliche Schlachter Teetjen in Falk Harnacks "Das Beil von Wandsbek" war Erwin Geschonnecks erste Hauptrolle. Regisseur Harnack ("Der 20. Juli") drehte das Drama nach dem gleichnamigen Roman von Arnold Zweig, der Film wurde nach seiner Uraufführung 1951 in der DDR trotz ideologischer Einschränkungen von der Kritik wegen seiner künstlerischen Qualität gelobt. 850000 Besucher strömten in der ersten Aufführungswoche in die Kinos, trotzdem wurde der Film aus dem Verleih genommen. Seine Wiederaufführung fand auf Wunsch des Romanautors 1962 statt, jedoch in einer um 30 Minuten gekürzten Fassung. Erst zum 75. Geburtstag von Erwin Geschonneck wurde der Film 1981 in der ursprünglichen Fassung neu aufgeführt. Regisseur Falk Harnack, 1949 bis 1951 künstlerischer Leiter der DEFA, betrachtete sein Regiedebüt "Das Beil von Wandsbek" als seinen besten Kinofilm.

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