Polen im Herbst 1942. Um den Deutschen zu entkommen, schickt ein jüdischer Arzt seine beiden Töchter, 18 und 20 Jahre alt, als Zwangsarbeiterinnen nach Deutschland - in die "Höhle des Löwen". Katarzyna und Elzbieta nennen sie sich zu Anfang, aber immer wieder müssen sie neue Identitäten annehmen, um ihre jüdische Herkunft zu verbergen. Die Flucht führt über das Arbeitslager einer Maschinenfabrik im Ruhrgebiet zu Weinbauern am Rhein und endet nach weiteren Stationen auf einem Rheindampfer kurz vor der Schweizer Grenze.

Nach dem Roman "Die Reise" von Ida Fink drehte Regisseur Pierre Koralnik die spannende Geschichte einer unglaublichen Rettung, eine Bewegung an die Grenzen menschlicher Verhaltensweisen. Die Odyssee der beiden Schwestern ist eine Reise durch die Ebenen menschlichen Fühlens, Bangens und Hoffens: Wie lernt man lügen, im Moment einer drohenden Entlarvung? Wie verändert sich die eigene Wahrnehmung unter der falschen Identität? Angst, Einsamkeit und Verzweiflung sind die eine Seite, Hoffnung, Wachsamkeit und Verstellung die andere Seite dieses Überlebenskampfes.