Breslau, die Hauptstadt Schlesiens, wurde am 21. Januar 1945 von NS-Gauleiter Hanke offiziell zur Festung erklärt. Die Rote Armee begann mit der Umzingelung der Oder-Metropole. Nur wer zur Verteidigung taugte, durfte in der Stadt bleiben. Hanke wollte Platz schaffen für die "Entscheidungsschlacht". Der plötzliche Räumungsbefehl traf Hunderttausende Zivilisten. Frauen, Kinder und Alte wurden aus der Stadt geworfen - bei 20 Grad Kälte. Tausende kamen beim "Todesmarsch von Breslau" ums Leben. Doch das war nur der Anfang eines sinnlosen Sterbens.

Auch im dritten Teil der Trilogie "Die Kinder der Flucht" (nach "Die Kinder der Flucht - Eine Liebe an der Oder" und "Die Kinder der Flucht - Wolfskinder") rückt Regisseur Hans-Christoph Blumenberg besonders bewegende Schicksale aus den letzten Kriegsmonaten in den Vordergrund. Um noch mehr zivile Opfer zu vermeiden, hatte der Zweite Bürgermeister der Stadt, Dr. Spielhagen, zur Kapitulation geraten. Wegen "Feigheit vor dem Feind" wurde er hingerichtet. Aufhalten konnte das den Untergang Breslaus nicht. 1979, mehr als drei Jahrzehnte später, begab sich seine Witwe, Eva Spielhagen, auf Spurensuche in die alte Heimatstadt, die inzwischen polnisch war und nach dem Krieg den Namen Wroclaw erhielt. Im Rathaus wurde sie von Danuta Orlowska, der Direktorin des Historischen Museums, empfangen. Auch sie hatte das Kriegsende mit ihrer Familie in Breslau verbracht - als polnische Zwangsarbeiterin. Die Erinnerungen der beiden Frauen bieten den Hintergrund für diesen Film.

Foto: ZDF/Pawel Jakubek