Eines Morgens wacht der Handlungsreisende Gregor Samsa auf und hat sich in einen Riesenkäfer verwandelt. Er ist besorgt, dass er seiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachkommen und sich und seine Familie nicht mehr ernähren kann. Gregor versteht zwar, was die anderen sagen, kann selbst jedoch nur unartikulierte Laute von sich geben. Anfangs lässt man ihm noch einige Anteilnahme zukommen - vor allem seine Schwester Grete kümmert sich um seine Bedürfnisse - doch mit der Zeit verwahrlost Gregor zunehmend. Am Ende fasst die Familie den Beschluss, dass Gregor fortgeschafft werden muss...

Nach der gleichnamigen Erzählung von Franz Kafka, die dieser 1912 in knapp sieben Wochen niederschrieb, inszenierte Jan Nemec dieses Werk mit autobiografischen Zügen: Kafkas Schwierigkeiten mit seinem Vater fließen in den Vater-Sohn-Konflikt der Erzählung ein und Gregor Samsas Verhältnis zur Schwester Grete entspricht Kafkas Zuneigung zu seiner Schwester Ottla. Jan Nemec zeigt den verwandelten Gregor Samsa nicht. Seine schreckliche Gestalt lässt sich nur aus den Reaktionen seiner Familie und der Umwelt, die ihn aus Versehen zu Gesicht bekommt, erahnen. So handelt Nemec ganz im Sinne von Franz Kafka, der die Fantasie des Lesers nicht durch zeichnerische Darstellung einengen wollte.