Die junge Ordensschwester Pascalina wird in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von ihrer Oberin Tharsilla Tanner, trotz vieler Vorbehalte gegen sie, nach München geschickt, um Nuntius Eugenio Pacelli den Haushalt zu führen – für Pascalina eine schicksalhafte Begegnung. Sie wird zu seiner Privatsekretärin und persönlichen Referentin – bis ihre Mitschwestern sie beschuldigen, auch im Schlafzimmer des Nuntius ein und aus zu gehen. Pascalina wird zurück ins Mutterhaus gerufen, soll beichten und sich erneut zu ihrem Gelübde bekennen. Entrüstet weist sie dies zurück. Sie ringt, auch mit Gott, um den richtigen Weg. Mithilfe von Kardinal Faulhaber kann sie Pacelli, mittlerweile zum Kardinalstaatssekretär ernannt, nach Rom folgen. Dort ist Pascalina seiner neuen, rechten Hand, Monsignore Wilson, ein Dorn im Auge. Seine Versuche, ein Treffen zwischen ihr und Pacelli zu verhindern, scheitern. Ihre Anmerkungen auf einem Vertragsentwurf landen auf dem Tisch von Papst Pius XI., der vom wachen Verstand der Ordensschwester begeistert ist. Er erlaubt ihr, als erste Frau innerhalb der Mauern des Vatikans zu wohnen ...

Wäre nicht die oft hölzern agierende Christine Neubauer als (geschminkte) Nonne Schwester Pascalina (die sie schon in Christian Duguays "Pius XII." verkörperte), Regisseur Marcus O. Rosenmüller wäre ein packender Zweiteiler über die deutsche Nonne im Vatikan gelungen. Denn das Drama beruht auf der wahren Geschichte der Josephine Lehnert (1894-1983), die tatsächlich als Haushälterin und Assistentin von Pius XII. arbeitete. "Gottes mächtige Dienerin" ist nach "Heiße Spur" und "Die Minensucherin" bereits der dritte Film, den Rosenmüller innerhalb von zwei Jahren mit Neubauer drehte. Das durchaus stimmige Drehbuch erarbeitete der Regisseur mit den renommierten Autorinnen Henriette Piper ("Ein Dorf schweigt", "Der Wunschbaum") und Gabriele Scheidt ("Blindes Vertrauen").

Foto: ARD/Degeto/Ziegler Film/Reiner Bajo