Der junge italienische Innenarchitekt Francesco erbt von einer Tante, die er niemals zu Gesicht bekommen hat, ein Gebäude in Istanbul. Von Rom aus begibt er sich auf eine vermeintlich kurze Dienstreise an den Bosporus, um den möglichst schnellen und gewinnbringenden Verkauf der Immobilie zu überwachen. Dort angekommen muss er feststellen, dass es sich um ein außergewöhnliches Haus handelt, zu dem auch ein Hamam - ein traditionelles türkisches Bad gehört. Francesco ist fasziniert von den Menschen und der Atmosphäre, die den Hamam umgeben. Als er dann auch noch herausfindet, dass die Kaufinteressenten sich mit der Absicht tragen, nicht nur das Gebäude mitsamt dem Bad, sondern gleich das ganze Viertel ab zu reißen und durch den Neubau von Konsumtempeln und internationalen Luxushotels gewinnträchtig neu zu gestalten, ändert Francesco seine Pläne. Der vom Saulus zum Paulus Gewandelte beschließt, den Hamam zu erhalten und ihn mit Hilfe seiner dadurch neu gewonnenen Freunde liebevoll zu restaurieren. Gleichsam über Nacht avanciert Francesco zum Helden des Viertels, und mehr als das: Während der 19-jährige Fusun offen mit dem gut aussehenden Italiener flirtet, wendet sich Francesco schließlich Mehmet zu. Der eröffnet dem steifen Geschäftsmann die Welt orientalischer Sinnesfreuden und lustvoller Körperlichkeit im entspannenden Dampf des türkischen Bades. Als Francescos Ehefrau in Istanbul auftaucht, kommt es zu unvorhergesehenen Ereignissen ...

Ferzan Özpeteks ("Das Fenster gegenüber") sowohl multikultureller als auch multisexueller Film - gleichzeitig sein Regiedebüt - zog das Publikum von Oslo über Deutschland bis Rom in die Kinos und wurde mehrfach aushgezeichnet. Atmosphärisch dicht taucht Özpetek hier in die Welt des Hamam und verzaubert den Zuschauer mit seinen gelungenen Charakterzeichnungen und den für unsere Breitengrade exotischen orientalischen Lebensumstände.

Foto: Al!ve