In dem Pariser Vorstadtviertel "kleines Jerusalem", in dem vorwiegend Juden wohnen, lebt die 18-jährige Laura. Sie ist zwar religiös erzogen worden, doch ihr Studium der Philosophie hat ihr die Augen für die Welt geöffnet. Schon bald schwankt sie zwischen dem traditionellen Leben in ihrer Familie und den neuen Eindrücken, die sie jeden Tag gewinnt. Ganz im Gegensatz zu ihrer Schwester, einer orthodoxen Jüdin, hinterfragt Laura sogar die Existenz Gottes. Trotzdem haben die beiden eines gemeinsam: Sie suchen die leidenschaftliche Liebe - die eine in ihrer Ehe, die andere bei ihren ersten Liebesbegegnungen ...

In ihrem warmherzig inszenierten Kinoregiedebüt setzt sich Regisseurin und Drehbuchautorin Karin Albou am Beispiel einer jungen französischen Jüdin mit dem Aufeinanderprallen zweier Welten auseinander. Besonders die in Deutschland nahezu unbekannte Fanny Valette weiß hier in der Rolle der Laura zu überzeugen, die gegen alle Widerstände ihren eigenen Lebensweg einschlägt. Für ihr Spiel wurde Valette 2006 mit dem Lumiere Award und dem Étoile d'Or als beste junge Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Ihren Gegenpol bildet Elsa Zylberstein ("Van Gogh", "Farinelli", "Toulouse-Lautrec", "Jean Moulin - Leben im Widerstand"), die in der Rolle der Schwester bedingungslos der Tradition verhaftet bleibt. Ein gelungenes und sympathisches Stück französisches Autorenkino, für das Multitalent Albou, die zuvor Theater, Tanz, Hebräisch, Französisch und Arabisch studierte, 2005 bei den Filmfestspielen von Cannes mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus erhielt sie ein César-Nominierung für den besten Erstlingsfilm.

Foto: arte F/Mickael Krotto/Océan Films