Die 20-jährige Muriel hofft, in der Großstadt Brüssel ihre Unabhängigkeit zu finden und verlässt Eltern, Freund und das einengende Dorfleben. Sie zieht bei der ebenso lebenslustigen wie unabhängigen Laura ein. Laura, die sich den 40 nähert, wünscht sich ein Kind. Doch ihr jüngerer Freund Oskar, der mit seinem Vater seit Jahren im Streit liegt, ist entschieden gegen Nachwuchs. Als Laura Alain kennen lernt, hofft sie, dass mit ihm alles anders werden könnte. Alain ist allerdings bereits Vater von zwei Kindern. Für Laura, deren Mutter im Sterben liegt, beginnt eine Zeit intensiver Auseinandersetzung mit ihrer Rolle als Tochter und (Ersatz-)Mutter. Muriel hat sich unterdessen mit Oskar angefreundet und versucht, die Brücken, die einst zwischen ihm und seinen Eltern abgebrochen wurden, wieder aufzubauen. Doch auch Muriel muss erst noch mit ihrer eigenen Mutter Martha ins Reine kommen. Anders als Muriels Vater leidet Martha unter dem unerwarteten Auszug ihrer Tochter. Aber obwohl sie Muriel vorwirft, ihren Schritt nicht ausreichend überlegt zu haben, bewundert sie heimlich den Mut und die Unabhängigkeit ihrer Tochter...

Realitätsnah und voller Körperlichkeit zeichnet die Regisseurin Dorothée van den Berghe die Porträts von drei Frauen, die sich in Schlüsselmomenten ihrer Existenz befinden. Nach und nach und ohne, dass ihnen dies bewusst wäre, nimmt die eine Frau für die andere die Funktion eines Katalysators ein. Gegenseitig helfen sie sich, die schwierigen Übergänge von einer Lebenssituation zur nächsten zu meistern. "Meisje" ist aber auch eine sensible Bestandsaufnahme der komplexen und problematischen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Bei aller Realitätsnähe behält der Film seinen optimistischen Grundtenor, dass man mit Mut, Solidarität, Vertrauen und Verständnis auch schwierige Übergänge meistern kann. Das Spielfilm-Debüt von Dorothée van den Berghe erhielt auf dem Internationalen Filmfestival Locarno 2002 den Preis der Jury des internationalen Verbandes der Studiokinos und den Preis der Jugendjury.