Alle Fahrgäste schlafen, während der berühmte Orient-Express auf seiner Fahrt von Istanbul nach Paris durch die Nacht donnert. Nur einer ist wach, als der Zug plötzlich in Jugoslawien anhält, weil Schneeverwehungen die Gleise blockieren. Hercule Poirot, der bekannte Detektiv aus Belgien, kann nicht schlafen. Aus dem benachbarten Schlafwagenabteil hört er seltsame Geräusche. Am nächsten Morgen liegt dort ein Toter, ermordet durch zwölf Messerstiche. Es steht fest, dass der Mörder noch im Zug sein muss, und so wird der Pullman-Wagen zum Ermittlungsbüro für den Meisterdetektiv umfunktioniert ...



Sidney Lumet drehte den brillant gespielten Kriminalfilm mit einer außergewöhnlichen Starbesetzung nach Agatha Christie. Diese gab erst 40 Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe die Erlaubnis zur Verfilmung ihres Bestsellers. Lumet hatte nach eigenen Angaben nur perfekte Unterhaltung im Sinn und die wurde ihm bescheinigt: Sechs Oscar-Nominierungen (u. a. für Finney, das Drehbuch und Ingrid Bergman, die den Preis für die beste Nebenrolle schließlich auch gewann) waren der Lohn. Das elegante, ironisch-heiter gefärbte Ratespiel mit Albert Finney als belgischer Meisterdetektiv im Mittelpunkt und vielen Stars am Rande ließ die Kinokassen klingeln und zog weitere Agatha-Christie-Verfilmungen nach sich.

Foto: Kinowelt