Michael York

Michael York - der englische Gentleman - in
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Michael York - der englische Gentleman - in "Rosamunde Pilcher - Vier Jahreszeiten"
Michael Hugh Johnson
Geboren: 27.03.1942 in Fulmer, Buckinghamshire, England

Er ist der D'Artagnan ("Die drei Musketiere", "Vier Musketiere - Die Rache der Mylady", "Rückkehr der Musketiere") und Austin Powers Chef Basil Exposition ("Austin Powers - Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat", "Austin Powers - Spion in geheimer Missionarsstellung", "Austin Powers in Goldständer"): Michael York. Allein diese beiden Rollen zeigen das Spektrum, das der englische Schauspieler abdeckt. Ob Kostümschinken, Theaterverfilmung, Sciencefiction-Produktion, Historiendrama, Komödie oder Agententhriller, Michael York macht jederzeit eine gute Figur und das schon seit Mitte der Sechzigerjahre.

Nach seinem Abschluss in Englisch an der renommierten Universität von Oxford, wo er bereits Mitglied der dortigen Theatertruppen "Oxford University Dramatic Society" und "University College Players" war, tourte er einige Zeit mit den "National Youth Theatre". 1965 trat er Laurence Oliviers "National Theatre" bei und stand dort unter anderem in Franco Zeffirellis "Viel Lärm um Nichts" auf der Bühne. Ein Jahr später gab er - erneut unter der Regie des italienischen Liebhabers von klassischer Musik und Literatur - sein Kinodebüt in der Aufsehen erregenden Shakespeare-Verfilmung "Der Widerspenstigen Zähmung" (1967) mit Richard Burton und Elizabeth Taylor. Zuvor hatte Michael York schon eine Nebenrolle in der TV-Serie "Arrest and Trial" angenommen und neben Douglas Fairbanks Jr. und Vanessa Redgrave in dem Kurzfilm "Red and Blue" vor der Kamera gestanden. Michael York war auch Tybalt in Zeffirellis "Romeo und Julia" (1968) und Johannes der Täufer in dessen Mehrteiler "Jesus von Nazareth" (1977).

Ein frühes Highlight seiner damals noch jungen Filmkarriere war die Rolle des englischem Schriftstellers Brian Roberts in Bob Fosses "Cabaret" (1972). Die Musical-Verfilmung, die die Liebesgeschichte zwischen der amerikanischen Sängerin Sally Bowles (Liza Minnelli) und dem jungen Autor Brian Roberts erzählt, gewann insgesamt acht Oscars und drei Golden Globes. Michael York ging bei beiden Verleihungen leer aus und konnte noch nicht einmal eine Nominierung verbuchen. Zwei Jahre später sah man ihn in Joseph Hardys gefühlvoll-idyllischer Literaturverfilmung "Die großen Erwartungen" nach Charles Dickens' 1861 erschienenen Roman "Great Expectations". Das Kostümdrama weiß mit schönen Aufnahmen und durch das nuancierte Spiel der beiden Hauptdarsteller Michael York und Sarah Miles zu überzeugen. Im gleichen Jahr stand er auch für Sidney Lumets brillant gespielten Kriminalfilm "Mord im Orient-Express" vor der Kamera. An Michael Yorks Seite ein außergewöhnlich hochklassiges Staraufgebot: unter anderem Albert Finney, Richard Widmark, Vanessa Redgrave, Anthony Perkins, Jacqueline Bisset, Ingrid Bergman, Lauren Bacall und Sean Connery. Sechs Oscar-Nominierungen (unter anderem für Albert Finney, das Drehbuch und Ingrid Bergman, die den Preis für die beste Nebenrolle schließlich auch gewann) waren der Lohn für das elegante, ironisch-heiter gefärbte Ratespiel rund um den belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot.

Ein weiterer Meilenstein seiner Filmkarriere war die Hauptrolle als Sandmann Logan 5 in "Flucht ins 23. Jahrhundert" (1976). Wenn der visuell eindrucksvolle Sciencefictionfilm auch nicht unbedingt durch seine Handlung oder durch die schauspielerische Leistung der Darsteller zu überzeugen weiß, so doch durch seine regelmäßigen Wiederholungen im deutschen Fernsehprogramm. Es dürfte nur wenige Zuschauer geben, die Michael Andersons kritische Auseinandersetzung mit der Zivilisationsentwicklung unseres Planeten noch nie gesehen haben. In den Achtzigerjahren ebbte die Flut der Kinorollen für Michael York merklich ab. Man sah ihn verstärkt in TV-Produktionen wie zum Beispiel in dem französischen Mehrteiler "Der Schrei nach Leben" (1983) und der italienischen Produktion "Das Geheimnis der Sahara" (1988). Aber auch in verschiedenen Fernsehserien wie "ABC Afterschool Specials" (1986), "Tall Tales & Legends" (1986), dem "Dallas"-Spin-Off "Unter der Sonne Kaliforniens" (1987-1988) und "Die Champagner-Dynastie" (1989). Außerdem trat er als Sprecher für verschiedene Produktionen in Erscheinung.



Foto: ZDF/Stephen Morley Die Neunzigerjahre unterschieden sich kaum von dem vorangegangenen Jahrzehnt: Michael York überzeugte in vielen Theaterinszenierungen, stand überwiegend für TV-Filme und -Serien vor der Kamera und erhielt Engagements als Sprecher für Hörbücher, Trickfilme, Radioproduktionen und Computerspiele. Mit Auftritten in belanglosen Filmen wie "Duell der Leidenschaften" (1990), "Sargasso Sea - Im Meer der Leidenschaft" (1992), "TekWar: Excalibur - Schwert der Macht" (1994), "Mit Vollgas in King Arthurs Tafelrunde", "Rosamunde Pilcher - September" (beide 1995) und "Danielle Steel: Der Ring aus Stein" (1996) lieferte er eher seichte Unterhaltungskost ab. Erst mit seiner Rolle in der Austin-Powers-Reihe (ab 1997) konnte sich Michael York - zwar nicht qualitativ, so doch quantitativ - zurück in die vordere Darstellerriege spielen. Sein Lebenswerk wurde unter anderem 1997 mit dem Order of the British Empire (OBE) und durch einen Stern auf dem Walk of Fame (2002) honoriert.

Das neue Jahrtausend begann für Michael York, wie das alte geendet hatte. TV-Filme und -Serien, Theaterinszenierungen und Sprechrollen wechselten sich miteinander ab. In "Lady Musketier - Alle für eine" (2004) kehrte er noch einmal in die Rolle zurück, die sein Bild beim Publikum durchaus geprägt hat. Noch einmal schlüpfte er ins "Mantel-und-Degenkostüm" und stand als D'Artagnan vor der Kamera. Außerdem sah man ihn in der beliebten Familienserie "Gilmore Girls" (2003-2004) als Yale-Dozent Asher Fleming. Mit Sprechrollen im Kinderzeichentrickabenteuer "In einem Land vor unserer Zeit VII - Der geheimnisvolle Zauberstein" (2000), in den populären Trickserien "Family Guy" (2005), "Die Simpsons" (2006) und "Star Wars: The Clone Wars" (2009), im Konsolen-Spiel "Scarface: The World is Yours" und in der Scifi-Action "Transformers - Die Rache" (2009) machte er sich auch beim jungen Publikum einen Namen. Während er mit seiner Rolle im "Rosamunde Pilcher-Vier Jahreszeiten"-Zyklus, an der Seite von Senta Berger, Tom Conti und Franco Nero, eher den älteren Zuschauern eine Freude machen konnte.

Weitere Filme und Serien mit Michael York:

Die Sechzigerjahre: "Liebesbekenntnisse", "Accident - Zwischenfall in Oxford", "Die Forsyte Saga" (TV-Serie), "Smashing Time" (alle 1967), "The Wednesday Play" (TV-Serie), "Rebel in the Grave", "Skandal bei Scotland Yard", "Alfred der Große - Bezwinger der Wikinger", "Alexandria - Treibhaus der Sünde" (alle 1968), "The Guru" (1969).

Die Siebzigerjahre: "Something for Everyone", "Zeppelin" (beide 1970), "Drei auf der Flucht" (1971), "Spiele um die Macht", "Der verlorene Horizont" (beide 1972), "Die Schande des Regiments" (1975), "Königliche Hoheit in Japan", "Drei Fremdenlegionäre", "Die Insel des Dr. Moreau" (alle 1976), "BBC2 Play of the Week" (TV-Serie, 1977), "Much Ado About Nothing", "Der Furchtlose" (Mehrteiler, beide 1978), "Geheimkommando R.O.T.S." (1979).

Die Achtzigerjahre: "Der eiserne Vorhang" (1980), "Vendredi ou la vie sauvage", "Beauty and the Beast" (Sprecher), "Buana - Die weißen Löwen von Timbawati", "CBS Library" (Sprecher, TV-Serie, alle 1981), "Twilight Theater" (1982), "Phantom der Oper", "So spielt das Leben" (beide 1983), "The Master of Ballantrae", "Success Is the Best Revenge" (beide 1984), "L'aube", "Space" (Mehrteiler, beide 1985), "The Far Country", "Dark Mansions", "Sword of Gideon" (alle 1986), "Der Joker" (1987), "The Four Minute Mile", "Off Balance - Der Tod wartet in Venedig", "Killing Blue", "Gefährdete Liebe" (alle 1988), "Die Hitze des Tages" (1989).

Die Neunzigerjahre: "Komm und sieh das Paradies" (1990), "A Christmas Carol" (Sprecher), "Superman" (TV-Serie), "Sliders - Das Tor in eine fremde Dimension" (TV-Serie), "Western Ladies - Ihr Leben ist die Hölle", "Im Namen der Ehre", "Un coup de baguette magique", "Ripper - Der Schlitzer" (alle 1997), "Glory, Glory", "Lovers and Liars", "Ein höllisch guter Engel", "Merchants of Venus", "Sehr verdächtig", "Studio 54", "Manche mögens anders", "Dead Man's Gun" (TV-Serie), "Teuflische Engel - Sie kriegen euch auch noch", "Ein Ritter in Camelot" (alle 1998), "Puss in Boots", "Das Schloss der Affen" (Sprecher), "The Omega Code", "The Haunting of Hell House" (alle 1999).

Seit 2000: "Borstal Boy" (2000), "The Lot" (TV-Serie, 2001), "Megiddo - Das Ende der Welt", "Orson Welles Tales from the Black Museum" (TV-Serie), "Liberty's Kids: Est. 1776" (TV-Serie), "Presidio Med" (TV-Serie, alle 2002), "Crusader", "Die Liga der Gerechten" (Sprecher, TV-Serie), "Moscow Heat" (alle 2004), "Super Robot Monkey Team Hyperforce Go!" (TV-Serie), "Frederick Forsyth: Das schwarze Manifest" (beide 2005), "Criminal Intent - Verbrechen im Visier" (TV-Serie), "Cuba: A Lifetime of Passion" (Sprecher, beide 2006), "Flatland: The Movie", "The Replacements" (TV-Serie, beide 2007), "Ben 10: Alien Force" (TV-Serie), "The Delivery" (beide 2008), "Die Mühle und das Kreuz" (2011).

Foto: ZDF/Stephen Morley

Zur Filmografie von Michael Hugh Johnson
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