Patrick Perrault, Free-Lance-Photograph, befindet sich in Beirut, um den nie enden wollenden Bürgerkrieg zu dokumentieren - durchaus gepackt von einer seltsamen Faszination. Trotz seiner Neutralität wird er als Geisel genommen. Der Kriegsbeobachter wird zum Opfer, sein Leben für eine lange Zeit tatsächlich zu einer "Nacht ohne Ende". Jeglicher Menschlichkeit beraubt und behandelt wie ein Tier, muss er sein Dasein in wechselnden engen, Zellen ähnlichen, abgedunkelten Räumen ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt zwischen den eigenen Fäkalien fristen. Oft dem Tode nah, gibt es für ihn nur die Hoffnung, von seinem Elend möglichst bald befreit zu werden...

In fast dokumentarischen Bildern beschreibt der Film - basierend auf den Erlebnissen des französischen Fotoreporters Roger Auque - ein grausames Schicksal der menschlichen Isolation. Hippolyte Girardot brilliert mit einer ernormen schauspielerischen Leistung und präsentiert die Rolle des unschuldigen (?) Opfers hautnah. Der Regisseur Maroun Bagdadi, selbst Libanese und Kenner der für uns absonderlichen Verhältnisse, schuf ein fesselndes Stück Kino. Abseits der gewöhnlichen Unterhaltung zeigt er, dass es in jedem Krieg nur Opfer geben kann. Ein grandioser Film, aber nichts für schwache Nerven. Schlimm: Bagdadi selbst kam schließlich unter mysteriösen Umständen ums Leben, als er im Dezember 1993 im Alter von 43 Jahren in einen Fahrstuhlschacht stürzte.