Der Film verlegt Shakespeares Drama in ein fiktives England der 30er Jahre, in ein Umfeld, das es historisch nie gegeben hat: Skrupellos plant Richard, Herzog von Gloucester, die Eroberung des Königsthrons, auf dem sein Bruder Edward sitzt. Er spinnt eine Reihe mörderischer Intrigen, denen seine Brüder, Königin Elisabeths Söhne und seine Frau Lady Anne zum Opfer fallen. Als König errichtet der selbstherrliche Richard III ein Terror-Regime ...

Richard Loncraine zeigt den kräftig entstaubten Klassiker in neuem Gewand. Der Aufstieg von Richard III. erinnert an die Machtergreifung faschistischer Machthaber im Europa der 30er Jahre. Insofern ist der Film schon ein böser Seitenhieb auf die oftmals selbstgerechte "It can't happen here"-Attitüde der angelsächsischen Länder. Auch formal versieht er diesen fiktiven englischen Staat mit den typischen Kennzeichen totalitärer Regimes. Handwerklich ist der Film exzellent gemacht, Ausstattung und Design bringen präzise das Wesen des Faschismus auf den Punkt. Die Handlung entwickelt mächtig Tempo, sogar für einige handfeste Actionszenen bleibt da Platz. An der Leistung von Ian McKellen in der Titelrolle schieden sich die Geister. Die einen priesen seine Virtuosität, die anderen bezeichneten ihn als Knallcharge.

Foto: Kinowelt