Christine Kaufmann

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Ein Bild aus jungen Jahren: Christine Kaufmann
Christine Maria Kaufmann
Geboren: 11.01.1945 in Lengdorf/Steiermark, Österreich

Das schöne blonde Kind mit dem Engelsgesicht und die ätherisch schöne Frau mit Madonnenlächeln - beide Male ein Star. Rosen-Resli und die schöne Maler-Frau Hanna Harms-Schiele oder die betörend gefährliche Nachbarin im Rollstuhl in der Patricia-Highsmith-Adaptation "Der Geschichtenerzähler". Das ist Christine Kaufmann. Eine Karriere wie im Märchen: Die Tochter einer Französin und eines Deutschen besucht mit sieben die Ballettschule am Staatstheater in München, anschließend das Staatsopernballett. Mit acht Jahren steht das hübsche blonde Mädchen erstmals vor der Kamera, und sie agiert ganz natürlich. Margot Hielscher und Karlheinz Böhm sind ihre Partner. Unter Victor Tourjansky dreht sie den Zirkusfilm "Salto mortale" (1953). Dann sieht sie Harald Reinl, und der Erfolgsregisseur ist von dem begabten Kind begeistert: Jetzt hat er endlich sein "Rosen-Resli" (1954).

"Opas Kino", wie der deutsche Film der Nachkriegszeit später verspottet wird, ist geboren. "Rosen-Resli" wird einer der ersten großen deutschen Kinoerfolge, und Reinl hat immer die Nase vorne, wenn es um Publikumshits geht. Dabei ist Christine nur zum Film gekommen, weil sie die Mutter, eine Schminkmeisterin, oft am Set besucht. Die sorgt dafür, dass ihr Kind groß herauskommt; sie baut sie auf, versucht, der Tochter das zu geben, von dem sie selbst geträumt hat. Jetzt ist Christine der Kinderstar, und als sie heranwächst, sieht man den Teenager an der Seite von Romy Schneider in Geza von Radvanyis "Mädchen in Uniform" (1958). Später leidet sie schwer unter diesem Druck, doch sie empfindet keine Bitterkeit: "Diese Karriere treibenden Mütter haben eigentlich ein ganz schweres Schicksal, weil es nicht leicht ist, das eines anderen Menschen zu leben", sagt sie später.

Dann holt sie Gottfried Reinhardt für den Film "Stadt ohne Mitleid" (1960) mit Kirk Douglas. Sie findet sich rasch zurecht im internationalen Team, spricht sie doch außer ihrer Muttersprache fließend Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Da spielt sie ein junges Mädchen, das von vier amerikanischen GIs vergewaltigt wird und vor Gericht den psychischen Belastungen nicht gewachsen ist. Denn: Kirk Douglas ist der Verteidiger der jungen Männer. Jetzt ist Hollywood nicht mehr weit, Kirk sagt ihr ohnehin eine große Karriere voraus. Kurze Zeit nach dem Monumentalfilm "Die letzten Tage von Pompeji" (1959, Regie: Mario Bonnard und Sergio Leone) geht Christine Kaufmann nach Hollywood. Doch die Rollen sind enttäuschend: wieder ein Monumentalfilm "Taras Bulba" (1961), inszeniert von Routinier Jack Lee Thompson, der ihre Ballettausbildung für eine üppig choreographierte Tanzszene nutzt, und Michael Andersons harmloser Märchenkomödie "Monsieur Cognac" (1963).

Schauspielerisch bringt ihr das nicht viel, aber immerhin lernt sie am Set ihren Partner Tony Curtis kennen und lieben. Tony trennt sich nach elf Jahren Ehe von seiner Frau Janet Leigh und heiratet Christine. Es folgen Jahre des Glücks, obwohl Christine ihre Karriere unterbricht: zwei Töchter, Alexandra (1964) und Allegra (1966), zieht sie auf und traumhafte Erinnerungen mit einem albtraumhaften Ende bleiben. Denn acht Jahre lang muss Christine nach der endgültigen Trennung von Tony Curtis auf ihre Kinder verzichten. Sie geht wieder nach Deutschland, dreht ein Jahr später einen Fernsehfilm: "Wie ein Blitz" (Erstausstrahlung 1970) nach einer Vorlage von Francis Durbridge, inszeniert von Rolf von Sydow - ein Riesenerfolg. Jetzt arbeitet sie an sich, mausert sich zur überzeugenden Charakterdarstellerin.

Nach einer Reihe von TV-Auftritten in Serien wie "Der Kommissar" und "Derrick" landet sie bei Regisseur Werner Schroeter, der sie in seinen opernhaften Melodramen fordert, emotional und künstlerisch, in "Der Tod der Maria Malibran" (1971), "Willow Springs" (1973), "Goldflocken" (1976) und "Tag der Idioten" (1981). Auch sieht man sie in Wolfgang Staudtes vierteiliger Jack-London-Verfilmung "Lockruf des Goldes" (1975), in Edouard Molinaros französisch-deutschem Fernsehspiel "Ein Tag wie jeder andere mit den Erdnüssen" (1976) und in Hartmut Bitomskis "Auf Biegen und Brechen" (1977).

1972 gibt sie am Hamburger Schauspielhaus ihr Bühnendebüt, wo sie eine Spielzeit lang engagiert ist. Gastspielrollen übernimmt sie in Bad Hersfeld, am Theater in der Josefstadt. 1977 spielt sie unter der Regie von Klaus Maria Brandauer die Tochter von Walther Reyer in Franz Grillparzers "Jüdin von Toledo" auf den Burgfestspielen in Forchtenstein im Burgenland. Eine ihrer reifsten Darstellungen bietet sie als Edith Harms-Schiele, jener eindrucksvollen Ehefrau des Malers Schiele in "Egon Schiele - Exzesse" (1981) von Herbert Vesely. Ebenfalls 1980 spielt sie in Rainer Werner Fassbinders "Lili Marleen", bei dem sie schon 1973 eine Rolle in dem Fernsehspiel "Welt am Draht" übernommen hatte. Auch bei "Lola"war sie 1981 wieder dabei. 1983 sieht man sie in Peter Zadeks Revue-Film "Die wilden Fünfziger".

Eine eher untypische Kaufmann-Rolle ist die der verschrobenen Olga in "Monaco Franze" von Helmut Dietl. 1984 spielt sie erstmals bei Percy Adlon in "Die Schaukel", 1987 neben Marianne Sägebrecht und Jack Palance in "Out of Rosenheim". Rainer Boldt ist der Regisseur der Highsmith-Verfilmung "Der Geschichtenerzähler" (1990) mit Peter Sattmann und Anke Sevenich. In den Neunzigerjahren macht sie mit ihrer Zuwendung zur Esoterik von sich reden. Sie spricht von positivem Denken, vegetarischer Ernährung, schreibt das Buch "Körperharmonie" und hat Erfolg damit: "Ich verdiene mit meiner Kreativität Geld. Als ängstlicher, negativer Mensch hätte ich mir das alles nicht zugetraut", sagt sie. Heute lebt Christine Kaufmann in Hamburg, München und Marokko.

Weitere Filme mit Christine Kaufmann: "Im Weißen Rößl" (1952), "Der Klosterjäger" (1953), "Der schweigende Engel" (1954), "Wenn die Alpenrosen blüh'n", "Ein Herz schlägt für Erika" (beide 1955), "Stimme der Sehnsucht" (1956), "Die Winzerin von Langenlois", "Witwer mit fünf Töchtern" (beide 1957), "Der letzte Fußgänger", "Totò, Fabrizi und die Jugend von heute" (beide 1960), "Die Schaukel" (1983), "Out of Rosenheim" (1987) , "Der Geschichtenerzähler" (1991), "Mission der Liebe", "Das Double" (beide 1993), "Weihnachten mit Willy Wuff" (1994), "Armer Adel - Reicher Adel", "Von Fall zu Fall - Stubbe sieht rot", "Muchas Gracias, Willy Wuff", "Die Knickerbocker-Bande - Das sprechende Grab" (alle 1995), "Caipiranha" (1997), "Höllische Nachbarn - Der Film", "Die Schläfer" (beide 1998), "Blutiger Ernst" (1999), "Club der Träume" (2002).

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