Karin Baal

Karin Baal
Geboren: 19.09.1940 in Berlin, Deutschland

Als sich die junge Modezeichnerin 1956 mit über 700 anderen Mädchen für eine Rolle in Georg Tresslers Melodram "Die Halbstarken" bewirbt, ahnt noch niemand, dass aus der Berliner Göre Karin Baal ein Star des deutschen Nachkriegfilms werden wird. Schließlich erhält sie neben Horst Buchholz die Hauptrolle der 15-jährigen Sissy Bohl, einer rebellischen Heranwachsenden, und einen dreijährigen Ausbildungsvertrag. Die Rolle der Sissy prägt das Image von Karin Baal in den darauffolgenden Jahren. So übernimmt sie etwa in Rolf Thieles "Das Mädchen Rosemarie" (1958) neben Nadja Tiller die Rolle der Prostituierten Bo, in "Der Jugendrichter" (1959) spielt sie eine jugendliche Verbrecherin. Für ihre schauspielerische Leistung in dem letztgenannten Film erhält sie sogar den Preis der deutschen Filmkritik.

Weithin bekannt wird Karin Baal aber erst durch ihre Rollen in den Edgar-Wallace-Filmen "Die toten Augen von London" (1961, mit Joachim Fuchsberger und Klaus Kinski), "Der Hund von Blackwood Castle" (1967, mit Heinz Drache) und "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" (1971, wieder mit Fuchsberger). In den siebziger Jahren ist sie vorwiegend in TV-Produktionen ("Sonderdezernat K1", "Derrick", "Der Alte") zu sehen. Der neue deutsche Film entdeckt sie erst relativ spät. 1979/80 mimt sie Biberkopfs Schwägerin in Fassbinders "Berlin Alexanderplatz", in "Lili Marleen" (1980) spielt sie eine Widerstandskämpferin, und in "Lola" (1981) eine Mutter.

In den frühen Achtzigerjahren tritt Karin Baal in Filmen von Vadim Glowna ("Desperado City", 1980), Reinhard Hauff ("Der Mann auf der Mauer", 1982) und Hans-Christoph Blumenberg ("Tausend Augen", 1984) auf. 1985 besetzt sie Regisseurin Margarethe von Trotta in "Rosa Luxemburg", nachdem Karin Baal im Jahr zuvor in Eberhard Itzenplitz "Die Mitläufer" und Krzysztof Zanussis "Blaubart" zu sehen war.

Außerdem ist Karin Baal immer wieder in TV-Serien zu sehen, so etwa an der Seite von Manfred Krug in der Anwaltsserie "Liebling Kreuzberg" (1985) oder in dem Dauerbrenner "Schwarzwaldklinik" (ebenfalls 1985). Neben ihren zahlreichen Film- und Fernsehrollen ist Karin Baal seit 1959 immer wieder regelmäßig im Theater zu erleben, so etwa in Zürich, Berlin, München und Hamburg, 1977 geht sie mit dem Theaterstück "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" nach Heinrich Böll auf eine ausgedehnte Deutschlandtournee. 1986 spielt Karin Baal in Gerd Roman Froschs "Am Ende der Nacht", unter dessen Regie sie auch in "Dann ist nichts mehr wie vorher" (1987) vor der Kamera steht. Karin Brandauer, die damalige Ehefrau von Klaus Maria Brandauer, besetzt sie in "Marleneken" (1989), in Hermine Huntgeburths "Im Kreise der Lieben" (1991) spielt sie an der Seite von Barbara Auer.

Die NeunzigerJahre sind besonders durch Karin Baals zahlreiche TV-Arbeiten geprägt: "Scheidung a la carte" (1991), "Cosima's Lexikon" (1992), "Reisen mit der Bibel" (1992), "Ein starkes Team" (1993), "Schwarz greift ein" (1993), "5 Stunden Angst - Geiselnahme im Kindergarten" (1994), "Rosa Roth - Verlorenes Leben" (1995), "Nackte Angst" (1995), "Schloßhotel Orth" (1997), "Tatort - Die Möwe" (2000), "Der Tunnel" (2000) sowie der Kinofilm "Sass", das TV-Movie "Betty - Schön wie der Tod" (beide 2001) und der TV-Zweiteiler "Für immer verloren" (2003).

Weitere Filme mit Karin Baal (Auswahl): "Jede Nacht in einem anderen Bett" (1957), "Das Herz von St. Pauli" (1957), "Der müde Theodor" (1957), "Der eiserne Gustav", "Der Pauker" (beide 1958), "So angelt man keinen Mann" (1959), "Arzt ohne Gewissen" (1959), "Wir Kellerkinder" (1960), "Die junge Sünderin" (1960), "Blond muss man sein auf Capri" (1961), "Zwischen Schanghai und St. Pauli" (1962), "Das Blaue vom Himmel" (1964), "Mord am Canale Grande" (1964), "Ganovenehre" (1966), "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" (1972), "Gefundenes Fressen" (1977), "Wunder einer Nacht" (1979), "Wo die Liebe hinfällt" (1979), "Drei Freundinnen" (1979), "Tatort - Hände hoch, Herr Trimmel!", "Engel aus Eisen" (beide 1980), "Unternehmen Arche Noah" (1983), "Liebe ist kein Argument" (1984), "Die Fräulein von damals" (1986), "Vinzent", "Tatort - Gefährliches Schweigen" (beide 2004), "Polizeiruf 110 - Die Mutter von Monte Carlo", "Irren ist sexy" (beide 2005), "Polizeiruf 110 - Die Lettin und ihr Lover", "Hurenkinder" (beide 2006), "Sieben Tage Sonntag" (2007).


Zur Filmografie von Karin Baal
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