Erinnern Sie sich noch an Dr. Udo Brömme von der CDU? In rund 30 Einspielern mimte der Komiker Ralf Kabelka in der Harald-Schmidt-Show diesen fiktiven Politiker, dessen Leitspruch so eingängig wie absurd war: "Zukunft ist für alle gut." Während das so unbestritten wahr wie unzureichend auf den Punkt bringt, was das Leben alles zu bieten hat, versucht Sina Trinkwalder, mehrfach für ihr soziales Engagement ausgezeichnete Unternehmerin, uns nun mit einer ähnlichen Formulierung als Buchtitel ihre "Utopie für eine ungewisse Zeit" näherzubringen. "Zukunft ist ein guter Ort" heißt die Sammlung von Essays, mit der sie inspirieren und Mut machen will.

Unterteilt wird dieses Buch dabei in zwei Hälften: Gegenwart und Zukunft. Der Zustandsbeschreibung von oft globalen Systemen folgt ihr Blick auf die grundlegenden Werte und Funktionen, die es braucht, damit unsere Zukunft wirklich ein guter Ort wird. Echten Lokaljournalismus fordert sie dabei ebenso vehement wie Teilhabe, ein Sozialeinkommen – ihre Variante des bedingungslosen Grundeinkommens – oder moderne, technologisch aufgeschlossene Bildung.

Das alles formuliert Trinkwalder gewohnt auf den Punkt, manches sogar kompromiss-, nie aber emotionslos. In jedem Satz spürt man die Erfahrungen der 41-Jährigen ebenso wie ihre unbedingte Philanthropie. "Dabei wird man nicht allen ihren Vorschlägen zustimmen", schreibt der Soziologe und Sozialpsychologe Harald Welzer in seinem Vorwort, "aber eine Demokratie ist ohnehin keine Gesellschaftsform des zustimmenden Nickens."

  • Titel: Zukunft ist ein guter Ort
  • Autor: Sina Trinkwalder
  • Verlag: Droemer
  • Seitenzahl: 208
  • Preis: 18 Euro