Für viele Menschen sind sie nicht mehr wegzudenken: die Apps. "Ohne mein Smartphone wäre ich in vielen Lebenslagen aufgeschmissen", sagte beispielsweise Staatsministerin Dorothee Bär zum Auftakt unserer Digitalserie im prisma-Interview. "Für mich sind meine digitalen Helferlein einfach eine unglaubliche Lebenserleichterung." Doch was sind Apps überhaupt? Und was können sie? 

App ist die Kurzform des englischen Begriffes "Application Software" (Anwendungssoftware). Im Prinzip sind Apps nichts anderes als kleine Computer-Programme, die entweder auf dem Smartphone schon vorinstalliert sind oder die man sich – je nach Gerät – im Google Play Store oder App Store relativ mühelos herunterladen kann. Häufig sind sowohl Download und Nutzung komplett kostenlos, bei komerziellen Anbietern muss man dann allerdings Werbung in Kauf nehmen. Bei anderen Apps fallen entweder einmalige Download-Kosten oder gar Kosten für ein Abo an. Hier sollte man sich genau überlegen, für welche Premium-App man bereit ist, etwas zu zahlen und welche man im Zweifelsfall doch nicht braucht.

Die Möglichkeiten auch bei kostenfreien Apps sind mittlerweile scheinbar grenzenlos. Mit der entsprechenden App zeigt das Smartphone dem Nutzer die Bahn- oder Flugverbindung an, navigiert ihn im Auto von A nach B oder zur nächsten Tankstelle und warnt nebenbei noch vor Radarfallen, hilft beim Erstellen einer Einkaufsliste oder beim Eierkochen, dient als Fitness- oder Gesundheitsberater, bestellt das Abendessen beim Lieferservice, warnt vor Unwetter und Gefahren (Bsp: die Warn-App NINA vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe), spielt die Lieblingsserie per Stream ab und ersetzt auch mal ganz praktisch kurzerhand eine Lupe. Häufig dienen die Apps aber auch zum reinen Zeitvertreib: Regelmäßig führt die Kategorie "Spiele" die Statistiken der am häufigsten heruntergeladenen Apps in den Stores an.

Welche Apps sollten Sie auf Ihrem Smartphone installieren? Diese Frage ist so allgemein kaum zu beantworten, zu vielfältig ist das Angebot und zu unterschiedlich die individuellen Interessen und Bedürfnisse. Allein in den zwei großen Stores stehen weit über zwei Millionen Apps zum Download bereit. Im Internet wimmelt es nur so von Testberichten und "Best of"-Listen zu allen möglichen App-Kategorien.

Spannende Möglichkeiten bieten zum Beispiel Apps aus dem Bereich Bildung bzw. Lernen. So kann man mit Sprachkurs-Apps wie Babbel (kostenpflichtig) oder Duolingo (kostenlos in der Basisversion) die Sprachkenntnisse vor dem nächsten Urlaub auffrischen oder neue Sprachen lernen. Jugendliche lernen gerne mit Apps für die Führerscheinprüfung. Auch, wer sich für Naturwissenschaften interessiert, wird in den Stores fündig. Als im vergangenen Sommer wegen der Mondfinsternis und der Position des Mars' viele Menschen wieder Lust hatten, den Sternenhimmel zu erkunden, standen Apps wie "SkyView", "Stellarum" oder die App der NASA hoch im Kurs. Apps wie "Flora Incognita", "Pl@ntNet" oder "Andygarden" helfen derweil, Pflanzen zu identifizieren. Man macht einfach ein Foto und die App sagt einem mithilfe von Künstlicher Intelligenz oder einer Community, um welche Pflanze es sich handelt. "Naturblick" erkennt sogar Vogelstimmen.

Voll in den Zeitgeist passt die App "Too Good To Go" die sich zum Ziel gesetzt hat, die Unmengen von täglich weggeschmissenem Essen zu verringern. Wer sich diese App runterlädt, bekommt vergünstigte Angebote z.B. von Bäckereien, Hotels oder Restaurants für Lebensmittel, die nach dem regulären Verkauf oder vom Buffet übriggeblieben sind. Vom Nutzer erfordert das etwas Spontaneität und Probierfreudigkeit und in ländlicheren Gebieten ist das Angebot naturgemäßig häufig überschaubar. Die bekannteste Alternative "ResQ Club" ist bislang nur in Berlin und Duisburg nutzbar.

Worauf sollte man achten?

Prüfen Sie bei jeder App, welche Daten Sie freigeben. Den Zugriff auf Ihre Standortdaten sollten Sie z.B. nur Apps erlauben, bei denen das sinnvoll bzw. erforderlich ist (z.B. Navigationsapps). Vor allem in eigentlich kostenlosen Spiele-Apps werden Nutzer häufig zu sogenannten In-App-Käufen animiert, mit denen man zum Beispiel spezielle Features erwerben oder nervige Wartezeiten verringern kann. Wer hier nicht aufpasst, verliert schnell den Überblick über die Ausgaben. Eine Drittanbietersperre, die jeder Mobilfunkanbieter auf Wunsch einrichten muss, schützt vor Abo-Fallen. Sie blockiert den Abrechnungsweg über die Handyrechnung.