Rheuma ist ein Oberbegriff von fast 400 verschiedenen Erkrankungen – und nicht jeder Gelenkschmerz ist gleich eine rheumatische Erkrankung. Die wichtigsten Rheuma-Gruppen sind chronische Polyarthritis (Gelenkentzündung) und entzündlich bedingte Wirbelsäulenerkrankungen. Gerade bei diesen ist eine Früherkennung besonders wichtig, da dadurch die Behandlung entscheidend verbessert werden kann.

Prinzipiell sollte jede neu auftretende Gelenkschwellung abgeklärt werden. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt, wenn zusätzlich folgende Symptome vorliegen: wenn zwei und mehr Gelenke anschwellen (meist kleine Gelenke, wie Finger- und Zehen- Grundgelenke), wenn die Schmerzen länger als sechs Wochen andauern, wenn Sie eine Morgensteifigkeit von mindestens einer Stunde und/oder wenn Sie erhöhte Entzündungszeichen im Blut haben. Spätestens dann besteht Handlungsbedarf, wobei eine rheumatologische Untersuchung innerhalb von vier Wochen erfolgen sollte. Bei gesicherter Diagnose muss zudem innerhalb von zwölf Wochen eine Therapie eingeleitet werden.

Auch den entzündlichen Rückenschmerz erkennen Sie an bestimmten Symptomen: Der Schmerz beginnt schleichend und sitzt oft in der tiefen Lendenwirbelsäule. Häufig beginnt er weit vor dem 45. Lebensjahr und dauert mehr als drei Monate an, wobei die stärksten Schmerzen in den frühen Morgenstunden auftreten. Durch Bewegung oder entzündungshemmende Medikamente bessern sich die Beschwerden während des Tages. Diese Form von Rückenschmerz muss dringend zeitnah durch den Rheumatologen abgeklärt werden.

Leider vergeht vom ersten Symptom bis zur Diagnosestellung immer noch viel zu viel Zeit: im Schnitt fast ein Jahr bei der chronischen Polyarthritis und sogar fünf bis sieben Jahre bei den entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen. Durch eine frühe Diagnose und eine schnell beginnende Therapie kann die Krankheit jedoch schließlich zum Stillstand gebracht werden.