Als Ermittlerin Doreen Brasch ist Claudia Michelsen im Magdeburger Polizeiruf von nun an auf sich allein gestellt. Im "HALLO!"-Interview erklärt sie, was sich dadurch ändert.

Ihr aktueller Polizeiruf aus Magdeburg ist auch Ihr erster als alleinige Ermittlerin. Was ist ab sofort anders?

Wenn eine Figur geht, mit welcher man kommuniziert hat, mit welcher man im Dialog stand oder auch mal im Widerstand, dann verändert das natürlich das System und somit auch die Brasch. Aber ursprünglich war sie immer schon als einsame Reiterin konzipiert. Auch ganz zu Anfang mit Sylvester Groth, zwei verschrobene, nicht sozialisierbare Figuren, die aufeinander treffen. Herrlich war das. Aber wie im Leben verändert einen jeder Verlust, den man erlebt. Ich finde sie hat viel dazu gelernt, meine Freundin Doreen Brasch. Aber was ändert sich noch? Vielleicht auch, dass wir die Geschichten und ihre Figuren verstärkt zu Partnern für Brasch machen wollen.

Im Polizeiruf "Totes Rennen" wird es für Doreen Brasch sehr brenzlig!

Ja, sie gerät in eine Grenzsituation. Brasch wird diesmal nicht in ihrer Kraft, sondern eher in ihrer Schwäche erzählt. Es ist für mich ganz wunderbar, Heldinnen beim Stolpern zuschauen zu dürfen.

Welche Vision haben Sie mit Ihrer Rolle der Doreen Brasch?

Ich mag sie ganz gerne, mit all ihren Ecken und Kanten, ihren Schwächen und Ängsten, die sie manchmal zeigt oder oft eben auch nicht zulassen will. Ich kenne sie inzwischen sehr gut, meine Freundin. Aber ich finde auch, sie hat viel dazu gelernt. Auch hat sich über die Zeit eine wunderbare Zusammenarbeit mit dem Sender und unserer Produzentin Iris Kiefer entwickelt. Auch der Regisseur Torsten C. Fischer, der nun schon mit „Totes Rennen“ den dritten Polizeiruf gemacht hat, ist für mich als Konstante sehr wichtig. Der Wunsch ist, wie schon gesagt, die Geschichten und ihre Figuren zum Zentrum zu machen, ein Gegenüber zu haben mit dem sich Brasch auseinandersetzten muss oder darf.

Und welche Vision haben Sie mit der Serie Polizeiruf aus Magdeburg?

Wenn ich jetzt sagen würde politisch relevante Themen zu erzählen, wäre das ein großer Begriff. Aber eigentlich ist ja schon jede Beziehung politisch. Im Prinzip erzählen wir weiterhin Geschichten, über das Land und seine Menschen. Unterhaltung im besten Sinne. Und wenn einen das eine oder andere nach einem Film länger beschäftigt oder bei einem selbst etwas verändert oder in Bewegung setzt, dann ist das schon viel.

Magdeburg hat bundesweit ja nicht unbedingt die größte Bekanntheit. Worin liegt aus Ihrer Sicht der Reiz, in einem Krimi in Magdeburg zu ermitteln?

Magdeburg liegt an der Elbe – dem schönsten, großen Fluss Deutschlands. Flüsse verbinden. Aber gerade auch das Unentdeckte an Magdeburg hat einen grossen Reiz für uns zum Geschichten erzählen. Und wenn die Menschen einen einmal ins Herz geschlossen haben, bleibt das. Eine Beständigkeit oder auch Beharrlichkeit und Treue, auf die man sich verlassen kann.