22.09.2020 Musiker

Frontm3n

Von Marcus Italiani
Das neue Album von Frontm3n heißt "Up Close – Live 2020".
Das neue Album von Frontm3n heißt "Up Close – Live 2020". Fotoquelle: Jan Walford

Mit den drei "Frontm3n" Peter Howarth (The Hollies), Mick Wilson (10cc) und Pete Lincoln (The Sweet) kommen rund 180 Jahre Musikgeschichte mit einem neuen Live-Album "Up Close – Live 2020" um die Ecke. prisma fing sie am Düsseldorfer Flughafen ab, um ihnen die Details zu entlocken.

Was ist der Hauptunterschied zwischen den Stammbands und den akustisch agierenden Frontm3n?

Peter Howarth: Wir nutzen nicht die gesamte Bandbreite an Soundlandschaften, die man normalerweise zur Verfügung hat. Die Zuhörer können das Gespielte, die Essenz des Songs, eher verdauen, ohne erst die Schichten der Soundmauer abzutragen. Dann erkennt man, dass die eigene Stimme doch ein verdammt starkes Instrument ist.

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Sie durften zum neuen Album ein Release-Konzert in der Krefelder Kulturfabrik veranstalten. Wie war das?

Mick Wilson: Unser letztes Konzert gaben wir vor mehr als einem halben Jahr in dieser Konstellation. Und unser erstes nun auch wieder. Es war jetzt, als hätte jemand nach einem langen Schlaf den Reset-Button gedrückt. Es war etwas seltsam, aber dennoch großartig. Die Leute sind gut mitgegangen. Das Umfeld in der Krefelder Kulturfabrik mit den sie flankierenden Industrieanlagen hat für eine Menge Ambiente gesorgt. Wir sind wirklich sehr dankbar, dass wir das machen durften.

Warum haben Sie die Konzerte in Berlin und Halle mitgeschnitten?

Pete Lincoln: Das gesamte Projekt wurde in Deutschland gestartet. Berlin ist sozusagen die Heimat der Frontm3n. Hier wissen die Leute sofort, worum es uns geht. Es ist ganz speziell, in Deutschland zu spielen.

Sie haben Generationen von Musikern und Fans beeinflusst. Hat das eine Auswirkung auf den Altersdurchschnitt bei Konzerten?

Peter Howarth: Die Zuschauer sind im Schnitt um die 30. Es gibt sehr viele junge und gutaussehende Frauen im Publikum – was kein Wunder ist (bricht in schallendes Gelächter aus).

Mick Wilson: Das ist ein schöner Traum. Unser Publikum ist ziemlich erwachsen. Aber so genau kann man es wirklich nicht sagen. Es sind Leute zwischen 18 und 70 da.

Viele Ansagen auf dem Album sind in deutscher Sprache. Das überrascht.

Pete Lincoln: Ich verstehe ein wenig Deutsch – so viel, um klar zu kommen und ein Bier zu bestellen. Aber das war‘s auch schon. Da würde ich mich jetzt nicht so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass ich hervorragend Deutsch spreche.

Nach so einem Tondokument bekommt man natürlich Lust auf das Live-Erlebnis. Kann man in diesen schwierigen Zeiten etwas in dieser Richtung planen?

Mick Wilson: Im Januar soll die Tour starten. Ich hoffe, dass wir dann so tun können, als hätte es 2020 nie gegeben. Ich denke, das tun wir alle. Als wir neulich wieder aufgetreten sind, haben wir gemerkt, wie schmerzhaft wir das Spielen vor Publikum vermisst haben.

Was gibt es über zukünftige Musik zu berichten?

Peter Howarth: Wir schreiben weiterhin Sachen, die wir mögen, losgelöst von stilistischen Vorgaben. Das ist mittlerweile Standard und Konsens bei uns, denn wir machen die Band und die Musik zum Spaß und müssen niemandem etwas beweisen. Einige ältere Nummern, die viele Fans gerne hören würden, werden sicherlich auch in das Live-Set aufgenommen.

Und wie lange werden sich die Fans noch an der Präsenz der Frontm3n erfreuen dürfen?

Pete Lincoln: Mindestens 20 Jahre. Nein, Spaß beiseite: Es ist so, dass wir uns momentan alle gut fühlen und tatsächlich noch eine Weile weitermachen wollen. Aber wer kann schon in die Zukunft sehen. Für uns gibt es aktuell keinen Grund, um aufzuhören.

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