07.01.2021 Schauspielerin

Jana Klinge

Von Sarah Schneidereit
Schauspielerin Jana Klinge.
Schauspielerin Jana Klinge.  Fotoquelle: NDR/ARD Degeto/Gordon Timpen

Jana Klinge spielt ab Januar die Kommissarin Hannah Wagner in der Reihe "Nord bei Nordwest", die die erfolgreichste Reihe der "Donnerstags-Krimis im Ersten" ist.

Sie sind "die Neue" bei "Nord bei Nordwest". Wie war es für Sie, zu der Reihe hinzuzukommen?

Für mich ist es ein großes Geschenk, bei dieser erfolgreichen Reihe mitzuspielen. Ich bin zwar zu einem bestehenden Team hinzugekommen und hatte daher am Anfang Bedenken, ob der Einstieg gelingt, aber das hat sich zum Glück sehr schnell zerschlagen. Man beschäftigt sich mit seiner Rolle und findet so in das Format. Und das Team ist wirklich das beste Team, in das man einsteigen kann.

Wie sehr können Sie sich mit Hannah Wagner identifizieren?

Ich kann mich insofern mit ihr identifizieren, als auch ich lernen musste, loszulassen. Manchmal hält man zu sehr an Zielen fest, während das Glück dann doch an einem anderen unverhofften Ort wartet.

Ist das etwas, das auch auf Ihre Karriere zutrifft?

Ja, man trifft Entscheidungen, die den Weg bestimmen. Natürlich kann man rückwirkend nicht sagen, was gewesen wäre, wenn man eine Rolle doch angenommen hätte. Ich bin sehr froh, dass ich bei "Nord bei Nordwest" zugesagt und nicht bereits woanders unterschrieben hatte.

Lassen sich Kind und Dreharbeiten eigentlich gut vereinbaren?

Bei den Dreharbeiten zu meinen ersten beiden Filmen von "Nord bei Nordwest" habe ich noch gestillt und meine Tochter mit am Set gehabt. Mein Freund und meine Mutter haben mich in der Zeit sehr unterstützt. Mittlerweile ist meine Tochter in einer Kita. Es klappt gut mit dem Drehen, aber spätestens am vierten Tag vermisse ich sie dann schon. Zum Glück folgen auf Dreharbeiten auch immer wieder längere Zeiten, die man zu Hause verbringt – mit der Familie.

Wenn man sich Ihre Biografie anschaut, haben Sie größtenteils in Krimis mitgespielt. Sind Sie selbst ein Krimi-Fan oder hat das andere Gründe?

Ich habe ja an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam studiert. Einmal bin ich mit einem Regie-Studenten im Zug zurück nach Berlin gefahren und ich musste so lachen, als er meinte: "Ihr habt als Schauspieler aber auch einen tollen Job. Entweder spielt ihr Polizist oder Patient." Er hatte irgendwie Recht: Im deutschen Fernsehen sind wirklich viele Krimi- oder Krankenhaus-Formate zu sehen. Ich würde mir da manchmal andere, breiter angelegte Formate wünschen. Aber man muss auch sagen, dass Krimi-Reihen schneller produziert sind und man dadurch sehr schnell mal eben drei verschiedene Persönlichkeiten in drei verschiedenen Krimis spielen kann.

Welche Rolle würde Sie denn reizen?

Ich würde unglaublich gerne einmal in einem historischen Film mitspielen. Ich finde diese aufwendigen Sets ganz toll. Wenn man drumherum auf dem neusten technischen Stand ist und dann trotzdem in eine historische Zeit eintauchen kann. Und anders spricht. Sie haben in dem aktuell auf Netflix sehr erfolgreichen Film "Abgeschnitten" mitgespielt.

Nutzen Sie selbst auch Streaming-Angebote?

Ja, mehr noch als Fernsehen. Wenn ich mir etwas angucke, dann meistens über Mediatheken. Ich finde es gut, dass auch bei den Öffentlich-Rechtlichen die Filme mittlerweile länger verfügbar sind. Mein persönlicher Streaming-Tipp ist "I Know This Much Is True", eine Mini-Serie mit Mark Ruffalo. Sie ist zwar sehr traurig, aber man bekommt das Gefühl, wirklich in den 80er-Jahren zu sein. Die Serie habe ich gerade noch zwei Freundinnen empfohlen, unbedingt anschauen!

Ihren ersten Einsatz als Kommissarin Hannah Wagner hat Jana Klinge in dem mittlerweile zwölften "Nord bei Nordwest"-Fall "Der Anschlag", den das Erste am 7. Januar 2021 um 20.15 Uhr zeigt – gefolgt von den ebenfalls neuen Filmen "Conny & Maik" (14. Januar) und „Im Namen des Vaters“ (21. Januar).

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