27.01.2026 Im Interview

Klassiker im neuen Gewand: Mick Wilson von FRONTM3N

Mit „Now And Then“ bringen die FRONTM3N ein ganz besonderes Album zu ihrem zehnten Geburtstag heraus. prisma sprach mit Mick Wilson zu den Hintergründen.
Die Band FRONTM3N auf der Bühne.
Die Band FRONTM3N. Fotoquelle: R. Matthes

prisma: Mick, die FRONTM3N existieren nun schon seit zehn Jahren als Zusammenschluss der Sänger oder Ex-Sänger solcher Größen wie The Hollies, 10cc oder The Sweet. Hättet Ihr gedacht, dass Ihr mit dem Konzept, die Hymnen Eurer Bands mit wenig Equipment in ein neues Gewand zu kleiden, so einschlagen würdet?

Mick Wilson: Nun, anfangs war das nicht ganz klar. Wir hatten eine Show, zu der nur 70 Leute erschienen sind. Aber je länger wir weitergemacht haben, desto mehr Musik-Fans sind uns gefolgt. Das ist ein schönes Gefühl. Man muss ja bedenken, dass wir nicht zu den Gründungsmitgliedern unserer Bands gehören, die für die größten Hits verantwortlich sind.

Dafür habt ihr lange dafür gesorgt, dass diese Gruppen weiterleben durften.

Das ist natürlich richtig. Und wir nähern uns dem Material auch mit dem größtmöglichen Respekt, wenn wir es für FRONTM3N neu arrangieren.

Ihr habt nun mit „Now And Then“ ein Album veröffentlicht, das 60 Jahre Musikgeschichte abdeckt. Wie habt Ihr dabei die Übersicht behalten?

Das war in der Tat nicht ganz so einfach. Es ging einerseits darum, die Songs auszuwählen und sie in ein akustisches Gewand zu kleiden, andererseits auch darum, wer die Leadvocals übernimmt. Zudem haben wir Klassiker wie „I Was Made For Loving You“ oder „Since You‘ve Been Gone“ stilistisch etwas anders performt. So wird aus Disco und Rock schon mal Country. Das war schon spannend.

So sorgt man für Überraschungen.

Exakt. Es gibt Dinge, die Menschen von uns erwarten. Und immer, wenn ich so etwas auf der Spur bin, möchte ich es eben ganz anders machen.

Die drei Bonus-Tracks, die nur auf der Vinyl-Version stehen, gab es schon zuvor, oder?

Im Sommer 2024 haben wir ein kleines Akustikalbum gemacht, auf dem die drei Nummern schon standen. Und wir wollten die Leute, die dieses Album besitzen, nicht verprellen.

Sind noch Songs aus dieser Session übrig?

Es gibt zumindest Ideen und Versatzstücke von 30 weiteren Nummern, die wir schnell arrangieren und aufnehmen könnten. Es ist also wahrscheinlich, dass es Teil zwei geben wird.

Auch drei neue eigene Nummern haben es auf das Album geschafft. Was hat es damit auf sich?

Nun, es ging uns dabei um den „Now“ Part von „Now And Then“. Als wir die Songs zusammenstellten, fiel uns auf, dass es in den 2000’ern immer weniger Lieder gab, die zu uns passen würden. Also kamen wir auf die Idee, diese Phase mit unseren eigenen Liedern abzudecken. Das ist etwas, das unsere Fans immer schon begrüßt haben: Sie kennen unsere Versionen der Klassiker und mögen auch unsere eigenen Songs. So schließt sich der Kreis.