Laura Karasek trägt als Tochter des Literaturkritikers Hellmuth Karasek einen berühmten Nachnamen. Mittlerweile hat sich die vielseitige Frau aber ihren eigenen Namen gemacht. Sie hat mehrere Bücher geschrieben, moderiert bei ZDFneo ihre eigene Sendung und hat auch schon als Anwältin gearbeitet. Wir haben ihr "HALLO!" gesagt.

Bei Instagram bezeichnen Sie sich als Schriftstellerin. Ich spreche jetzt mit Ihnen als Moderatorin. Dazu noch Anwältin, Kolumnistin, Podcasterin, Mutter sind sie auch noch. Als was sehen Sie sich eigentlich?

Ich sehe mich als Schriftstellerin und Moderatorin. Es ist natürlich schön, dass ich Mutter bin, aber das hat mit meiner beruflichen Leistung ja nichts zu tun. Zuerst dachte ich, ich darf mich nicht "Moderatorin" nennen – das klang so anmaßend, denn ich habe das ja nicht gelernt. Ich hatte zunächst ein wenig Ehrfurcht vor diesem großen Wort und habe mich gefragt: Aber wann darf man sich eigentlich Moderatorin nennen? Erst, wenn man live eine Sendung moderiert hat? Wenn andere einen so nennen? Oder wenn man zum ersten Mal eine 20.15 Uhr-Sendung hatte? Jetzt, wo meine Sendung bei ZDFneo in die zweite Staffel geht, sehe ich mich schon so langsam auch als Moderatorin. Und Schriftstellerin darf ich vermutlich sagen, weil es inzwischen mein drittes Buch gibt, mit dem ich auf Lesereise unterwegs bin. Es ist mein zweiter Roman "Drei Wünsche", in dem es um Familie, Macht, Verlust und Sex geht. Zwischendrin gab es noch ein Sachbuch mit Kolumnen über Karriere, Gesellschaft und Dating.

"Laura Karasek – Zart am Limit" geht bei ZDFneo am 19.3. in die nächste Runde. Was wird anders?

Einiges wird anders, denn wir haben uns weiterentwickelt. Das Konzept wird bleiben. Aber es wird zum Beispiel eine neue Location geben, die ein bisschen mehr in Richtung Industrial Look geht. Weniger gemütlich, mehr nach Nachtleben aussehend. Und natürlich gibt es auch viele spannende neue Themen und Gäste.

Zum Beispiel?

Es geht unter anderem darum, was uns wirklich glücklich macht. Oder um das Altern. Wir wollen auch über die dunkle Seite des Menschen und gewisse Abgründe sprechen.

Wie viele Folgen sind geplant?

Zehn – darüber bin ich sehr glücklich. Das sind vier mehr als in der ersten Staffel. Wir haben deshalb jetzt die Möglichkeit, verschiedene Gästekonstellationen auszuprobieren, noch mehr Spiele mit den Gästen zuspielen, ernste, weiche und auch komische Themen zu behandeln. Mir macht der Spagat zwischen Leichtigkeit und Schwere großen Spaß. Das können wir mit den jetzt zehn Folgen viel besser abdecken.

Am 21. Januar ist Ihre neue gleichnamige Podcast-Reihe gestartet. Jeden Dienstag gibt es eine neue Folge. Wie kam es dazu?

Mir wurde immer gesagt, dass ich ein Radiogesicht habe (lacht). Spaß beiseite, grundsätzlich spreche ich halt sehr gerne. Früher habe ich mich auch schon einmal beim Radio ausprobieren dürfen und gerne würde ich mal eine Synchronrolle sprechen. Ich klinge ja eher so nach Whisky und Bariton. Ein Podcast ist derzeit mit eines der spannendsten Formate, weil es eine ganze andere Offenheit, Natürlichkeit und Authentizität bietet.

Was kann Ihr Podcast was Ihre Fernsehsendung nicht kann?

Mit Gästen zu reden, ohne dass Kameras laufen, bringt eine andere Nähe und Intimität. Deshalb ist es uns wichtig, begleitend zur TV-Sendung auch einen Podcast zu bringen, in dem wir uns ganz anders austoben können, weil wir nicht die limitierende Zeit haben, weil es null um Optik geht, nicht um Show oder ähnliches. Man spricht einfach vertrauter miteinander. Das hat noch mehr Schlüsselloch Atmosphäre.

Ihr drittes Buch "Drei Wünsche" ist Ende 2019 erschienen. Sind Sie zufrieden?

Ich bin überglücklich. Dieses Buch zu schreiben, war für mich ein wichtiger Schritt, weil es ein unglaublich persönliches Buch ist. Es geht zum Beispiel um den Verlust der Eltern, deshalb habe ich auch den Tod meines Vaters beschrieben. Es geht ums Erwachsenwerden, um Treue, Lust und um die unerfüllten Wünsche. Das Buch ist jetzt schon in zweiter Auflage draußen. Ich finde nichts intensiver, als Rückmeldungen von Menschen, die mir zumBeispiel geschrieben haben, dass sie sich wiedergefunden haben im Text und beim Lesen des Buches gelacht oder geweint haben. Einige meinen sogar, ich hätte ihnen mit meinem Buch etwas mitgegeben. Das ist so bewegend. Ich bekomme dabei jedes Mal Gänsehaut. Denn Worte können so etwas zwischen Menschen schaffen. Eine Verbindung, Verständigung. Ich spüre das auch bei meinen Lesungen. Manchmal ist das noch bewegender als Fernsehen, weil Verletzlichkeit entsteht und Gefühle hervorgerufen werden.

Womit werden Sie uns in diesem Jahr denn noch überraschen?

Ich hoffe mit einem Drehbuch. Oder mit einer Synchronrolle. Ich würde eines von Beidem unheimlich gerne einmal machen: Mein großer Wunsch ist es, an einem Drehbuch mitarbeiten zu dürfen. Vielleicht ergibt sich das schon in diesem Jahr. Ich würde auch gern Chansons singen. Oder beim "Traumschiff" mitspielen.