25.10.2021 Schauspieler

Matthias Koeberlin – der stille Star

Von Marcus Italiani
Schauspieler Matthias Koeberlin.
Schauspieler Matthias Koeberlin. Fotoquelle: 2018 Katja Kuhl

Matthias Koeberlin ist einer dieser Schauspieler, die jeder schon mal gesehen hat, dem aber Starruhm und Einschaltquoten so wenig bedeuten, dass er das Scheinwerferlicht abseits der Drehorte meidet. prisma stand er dennoch Rede und Antwort.

Herr Koeberlin, sieben Jahre Die Toten vom Bodensee. Wie viel Oberländer steckt mittlerweile in Ihnen?

Sieben Jahre lang eine Figur spielen zu dürfen, ist ein großes Geschenk. Micha Oberländer ist mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen – trotzdem bleibt er eine Figur, die ich einmal im Jahr treffe, danach trennen sich unsere Wege wieder.

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Was macht das Zusammenspiel der verschlossenen Hannah Zeiler und des grummeligen, aber herzlichen Micha Oberländer aus?

Ich denke, das Besondere an unserer Reihe sind die Gegensätze von Zeiler, Oberländer und auch Komlatschek (gespielt von Hary Prinz). Die Reibung und der Humor, die daraus entstehen, machen die Reihe sehr lebendig und kurzweilig. Da die Fälle, die wir zu lösen haben oft düster und mystisch sind, bilden die Unterschiede der Ermittler einen schönen Gegensatz.

Im aktuellen Fall "Seelenkreis" geht es um seltsame Machenschaften, die zunächst auf Teufelsanbeter oder ähnliche Verschwörer schließen lassen. Wie sehr mögen Sie es, mit diesen Mystery-Stilmitteln zu spielen?

Der Bodensee ist eine Region, die reich an mystischen Geschichten und Erzählungen ist. Wunderschön, aber auch mit dunklen Seiten. Da liegt es nahe, dass das Mystische in den Fällen Raum bekommt.

In "Die Toten vom Bodensee" geht es um viele Gegensätze: Kontroll-Freak Zeiler und eher tiefenentspannter Oberländer, Zwei-Länder-zwei Mentalitäten, Banalität und Mysteriöses. Was macht das mit den Darstellern?

Ich kann nur von mir sprechen, aber Oberländer ist eine Rolle, in die ich morgens schlüpfe und abends wieder ablege. Ich trage da nichts weiter.

Die letzte Folge "Der Wegspuk" hatte das höchste Einschaltquotenergebnis aller Bodensee-Folgen. Kann man das mit "Seelenkreis" noch toppen?

Ich freue mich natürlich sehr über das große Interesse an unserer Reihe, aber ich war nie ein großer Fan der Quoten Hechelei. Die Qualität eines Films hat meist wenig mit der Quote zu tun. Es ist ein Geschenk, dass wir erfolgreich sind, aber es muss auch nicht ständig mehr werden.

Sie haben sich mal über schlechte Filmtitel beschwert. Wie zufrieden sind Sie mit den Episoden-Namen der "Toten vom Bodensee"?

Ich sehe die Titelfindung in vielen Fällen mit Skepsis, aber ich weiß natürlich auch, welchen Mechanismen sie unterliegt. Ob das Interesse bei manchen Titeln gemehrt wird, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Sie gelten als bescheidener Star, haben gesagt, dass Ihnen Ihr Bekanntheitsgrad nicht so wichtig ist. Ist denn der in Ihrem Beruf nicht das A und O, wenn es um das Erlangen guter Rollen geht?

Natürlich ist Bekanntheit eine Währung in meinem Beruf, ganz besonders in Zeiten von Instagram, Facebook & Co. Aber Bekanntheit hat auch einen Preis. Ich hänge ich immer noch der naiven Idee nach, dass zuallererst die Leistung oder das Können entscheidend sein sollten und nicht die Bekanntheit.

Man kennt Sie als Krimi-Menschen. Aber Sie wollten vor einiger Zeit mal weg von diesem Image. Wie ist da der Stand?

Ich habe einige Krimis gedreht, dass stimmt, aber beileibe nicht nur. Sicher, es werden in Deutschland extrem viele Krimiformate entwickelt. Es gibt aber eine Menge Filme in meiner Vita, die von diesem Genre weit entfernt sind. Das darf zukünftig auch gern so bleiben.

Sie sind Wahl-Kölner. Was mögen Sie an der rheinischen Mentalität so sehr, dass sie es als Mainzer dort aushalten?

Die Kölner sind offen, direkt und herzlich, aber auch tolerant und feierwütig. Die Schnittmenge zu Mainz ist nicht klein. (lacht)

  • "Die Toten vom Bodensee", Montag, 1. November, 20.15 Uhr, ZDF

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