Neue Staffel

Neue Fälle: Igor Jeftić über seine Rolle bei den "Rosenheim-Cops"

05.10.2026, 12.26 Uhr
Ab dem 6. Oktober geht es mit der 26. Staffel der "Rosenheim-Cops" im ZDF weiter. Igor Jeftić bleibt als Kommissar Sven Hansen dabei und spricht über die neuen Folgen, seine Rolle und Veränderungen in der ZDF-Serie. Auch die neue Sekretärin sorgt für frischen Wind.
ZDF & Linda Gschwentner
Während die Kommissare Stadler (Dieter Fischer, l.) und Hansen (Igor Jeftić, r.) ermitteln, werden sie  von Frau Stockl telefonisch über die neuesten Entwicklungen im Fall informiert. Fotoquelle: ZDF & Linda Gschwentner

Ab dem 6. Oktober starten „Die Rosenheim-Cops“ im ZDF in ihre 26. Staffel. Auch Igor Jeftić ist als Kommissar Sven Hansen wieder dabei. Wir haben mit ihm über die neuen Folgen, seine Rolle und die Veränderungen bei der ZDF-Serie gesprochen.

prisma: Die "Rosenheim-Cops" gibt es bereits seit 24 Jahren. Was macht für dich den anhaltenden Reiz der Serie aus?

Igor Jeftić: Ich glaube, es ist diese Mischung: Man sieht das wunderschöne bayerische Umland, dazu gibt es eine Kriminalgeschichte, die nicht allzu blutig ist und bei der man miträtseln kann, wer es gewesen sein könnte. Parallel laufen die Privatgeschichten. Und dann ist da die Konstellation aus dem bayerischen Kommissar und dem hochdeutschen Kommissar aus Hamburg, der so ein bisschen die "Fish out of water"-Figur in Bayern ist. All diese Zutaten ergeben am Ende das Gebräu, das den Leuten gefällt.

Wenn man an euer Duo aus Hansen und Stadler denkt, seid ihr ziemlich unterschiedlich. Wie seid ihr abseits der Kamera?

Manchmal nervt man sich natürlich auch mal, das passiert. Nicht ernsthaft, aber man ärgert sich kurz. Vor der Kamera sind wir natürlich anders, schließlich spielen wir Rollen. Trotzdem versuchen wir, viel von uns selbst einzubringen. Gerade der Humor entspricht schon ungefähr dem, wie wir privat sind. Humor kann man nicht einfach spielen. Zum Glück passt das bei uns gut zusammen.

Sven Hansen wirkt häufig sehr cool, schlagfertig und fast ein bisschen trocken. Ist das eine Seite, die dir selbst nah ist?

Dieser trockene, hanseatische Humor schon. Grundsätzlich versuche ich bei einer Rolle aber eher, die Unterschiede zu mir zu finden. Genau das ist für mich der Reiz am Schauspiel: nicht nur mich selbst zu spielen. Wenn man eine Figur so lange spielt, merkt man allerdings, dass sie sich irgendwann angleicht, wenn man nicht aufpasst.

Woran merkst du das?

Wenn ich plötzlich denke: Jetzt reagiere ich ja völlig privat und gar nicht mehr so, wie ich mir die Figur ursprünglich vorgestellt habe. Ganz verhindern kann man das nicht, es fließt immer etwas Privates hinein. Bei mir gleicht sich die Rolle eher dem Privaten an, und da muss man manchmal gegensteuern. Zum Glück gibt es durch Hansens Beruf und auch durch sein Outfit genug Unterschiede zu meinem eigenen Leben.

Im Privatleben also eher weniger Anzüge?

Davon habe ich beim Dreh genug. Klar habe ich auch welche zu Hause, aber das ist nicht so meins.

Hansen ist begeisterter Segler. Hat die Rolle bei dir ebenfalls die Lust aufs Segeln geweckt?

Ich mag Gewässer, das Meer und Seen sehr gern. Ich war auch schon segeln, aber privat segle ich nicht und hatte auch nie das Bedürfnis, das durch die Rolle weiterzuverfolgen. Bei anderen Rollen ist das durchaus passiert, dass ich etwas ausprobiert und Gefallen daran gefunden habe. Beim Segeln war es anders. Ich muss jetzt nicht unbedingt mit Leinen hantieren und den Wind berechnen.

Ist aus einer anderen Rolle einmal ein Hobby geblieben?

Eine Zeit lang hatte ich eine Leidenschaft für Autos, die aus einer Rolle entstanden ist. Und als ich damals "Powder Park" gedreht habe, eine Snowboard-Serie, habe ich extra Snowboarden gelernt und bin danach auch privat noch eine Weile gefahren. Solche Dinge passieren schon.

Was machst du heute als Ausgleich zum Drehen?

Ich reise sehr gern, vor allem im Winter. Wenn es hier richtig kalt ist, bin ich gern für ein paar Wochen dort, wo es warm ist. Thailand und Asien gefallen mir allgemein gut, Südamerika auch. Im Winter bin ich deshalb oft unterwegs, zu zweit oder allein. Und Sport gehört ebenfalls dazu. Wenn ich abends vom Dreh komme, bin ich zwar oft völlig fertig, aber eher mental. Körperlich macht man als Schauspieler ja häufig nicht viel außer herumzustehen. Dann tut es gut, sich noch einmal auszupowern.

Was kannst du schon über die neue Staffel verraten?

Es gibt wieder knifflige Fälle und schöne Privatgeschichten. Außerdem haben wir mit Frau Lange eine neue Sekretärin, die Frau Stockl ersetzt. Das ist sehr schön geworden und funktioniert aus meiner Sicht sehr gut. Auch mit Hansen gibt es Privatgeschichten: Verwechslungen und Wohnungsprobleme, aus denen lustige Situationen entstehen.

Die beiden Kommissare Stadler und Hansen werden sich also noch mal ein bisschen anders kennenlernen?

Das kann man so sagen.

Gab es in all den Jahren einen Dreh, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Wir haben einmal in einer Werkstatt gedreht, in der Tiere ausgestopft wurden. Da habe ich mich sehr unwohl gefühlt. Umgeben von all diesen ausgestopften Tieren habe ich gemerkt: Das ist überhaupt nicht meine Umgebung. Sobald eine Einstellung vorbei war, bin ich sofort raus und erst wieder hineingegangen, wenn ich musste. Ich fand das irgendwie gruselig.

Mit dem Abschied von Frau Stockl verändert sich die Serie deutlich. Wie hast du den letzten Drehtag von Marisa erlebt?

Sie wusste schon zu Beginn der Staffel, dass es ihre letzte sein würde. Dann zählt man gewissermaßen rückwärts, bis zu diesem letzten Drehtag. Je näher der Moment kommt, desto stärker wird einem bewusst, dass es bald vorbei ist. Und wenn dann wirklich die letzte Einstellung ansteht, bricht natürlich einiges heraus. Manche Menschen vom Team sieht man danach vielleicht nie wieder, obwohl man sie jahrelang fast täglich gesehen hat.

Für dich war der Abschied vermutlich noch einmal persönlicher.

Ja, ich kenne Marisa schon von der Schauspielschule. Wir waren nicht im selben Jahrgang, aber gleichzeitig dort und eine Zeit lang auch befreundet. Danach haben wir uns lange nicht gesehen, jeder hat seine eigene Laufbahn eingeschlagen. Bei "Die Rosenheim-Cops" haben wir uns dann wiedergetroffen und sehr lange zusammengedreht. Jetzt weiß man, dass man sich wahrscheinlich erst einmal nur noch privat sieht und nicht mehr automatisch bei der Arbeit. Vor allem für Marisa ist das natürlich eine riesige Veränderung, wenn dieser ganze Drehalltag plötzlich wegfällt.

Wie stark verändert sich die Serie durch Frau Lange im Sekretariat?

Sarah bringt ihren ganz eigenen Charme und eine andere Energie mit. Gerade darum geht es ja: Welche Energien treffen aufeinander und was entsteht daraus? Da entwickeln sich ganz neue Dinge, und ich finde, das ist sogar noch besser geworden, als ich gedacht hätte. Frau Lange wird natürlich nicht plötzlich zu einem anderen Charakter. Aber Sarah bringt ihre eigene Art mit, diese Sekretärin zu spielen, ihre eigene Neugier und ihr eigenes Tratschverhalten. Anders als Frau Stockl, aber genauso intensiv. Das ist spannend.

Rechnest du damit, dass sich manche Zuschauer erst einmal schwertun werden?

Wahrscheinlich werden sich einige zunächst ärgern, dass Marisa nicht mehr da ist. Das ist klar, sie war schließlich sehr lange dabei. Aber ich glaube schon, dass den Zuschauern gefallen wird, was wir daraus gemacht haben. Und so etwas entsteht ja immer gemeinsam, nicht nur durch eine einzelne Person.

Was glaubst du, wie viel Veränderung hält eine solche Serie aus?

Inzwischen hat sie schon viele Veränderungen verkraftet. Wenn man lange genug zurückblickt, sieht man, dass gar nicht mehr die Leute dabei sind, die am Anfang da waren. Buchstäblich ein oder zwei. Solange die Zutaten bleiben und die Chemie zwischen den Schauspielern und die Mischung aus bayrischen und anderen Kommissaren beibehalten wird, kann die Serie ewig leben. Wenn Schauspieler ausgewechselt werden, gibt es erst Hate und dann entwickelt es sich gut und die Leute haben plötzlich eine neue Lieblingsrolle.

Das ist wie bei einem James Bond-Film. Da regen sich auch alle auf, wenn jemand aussteigt, aber dann mögen es doch alle wieder.

Ja genau. Hauptdarsteller und Nebendarsteller ändern sich. Mal hat man einen neuen Bond, dann eine andere M und so weiter. Die Zutaten sind es, die bleiben.

Mal angenommen, du hörst bei den Cops auf, was kannst du dir für deine schauspielerische Zukunft noch vorstellen?

Ich entscheide immer von Jahr zu Jahr. Das nächste Jahr ist schon relativ klar aber was im Übernächsten passiert, kann ich noch nicht sagen. Wenn es mal vorbei sein sollte, möchte ich natürlich Abwechslung, das möchte jeder Schauspieler. Ich drehe am liebsten, ich mache kaum Theater. Eine Serie oder ein Film kann ich mir vorstellen, möchte aber nicht rumfantasieren. Es kommt immer anders, als gedacht. Einen Kommissar würde ich aber nur spielen, wenn es ganz anders ist, als jetzt.

Was schaust du gerne? Hast du Tipps für unsere Leser?

Ich mag Krimis, wenn sie gut gemacht sind und nicht sehr blutig sind. Die dänischen Krimis mag ich nicht, die Blutigkeit wird immer gesteigert, das ist nichts für mich. Ich mag auch Gangster-Geschichten, die Gegenseite von den Cops. Auch Science-Fiction-Geschichten finde ich gut, wenn sie intelligent erzählt sind. Als Tipps würde ich "Gomorrah", eine Mafia-Serie, den Film "Uncut Gems" und als meinen Alltime-Favoriten "True Detectives" empfehlen.

„Die Rosenheim-Cops“
Die Folgen von Staffel 26 laufen ab dem 06. Oktober immer dienstags um 19.25 Uhr im ZDF und sind in der ZDFmediathek abrufbar.