Schwester-Chaos

"Plötzlich Schwester": Cosima Henman über ihre Rolle als Sandy

06.07.2026, 09.27 Uhr
In der neuen ZDF-Komödie "Plötzlich Schwester" brilliert Cosima Henman als Sandy, die prollige, aber herzliche Schwester, die unbedingt Trauzeugin werden will. Ein Interview mit der Schauspielerin gibt Einblicke in die Dreharbeiten und ihre persönliche Verbindung zur Rolle.
Monika Giesinger (Andrea Sawatzki), Sandra Giesinger (Klara Lange), Sandy Koslowski (Cosima Henman) und Gabi Koslowski (Anita Vulesica, v.l.)
Monika Giesinger (Andrea Sawatzki), Sandra Giesinger (Klara Lange), Sandy Koslowski (Cosima Henman) und Gabi Koslowski (Anita Vulesica, v.l.) Fotoquelle: ZDF/Michael Kötschau

In der turbulenten Komödie „Plötzlich Schwester“ spielt Cosima Henman die prollige Sandy, die unbedingt Trauzeugin ihrer Schwester werden möchte, die sie im Erwachsenenalter erst kennenlernt.

Was hat Sie am Drehbuch von „Plötzlich Schwester“ beeindruckt, dass Sie bei dem Film mitmachen wollten?

Cosima Henman: Mich hat an der Rolle der Sandy gereizt, dass sie trotz allem vielschichtig ist. Man hätte sie auch nur prollig und als Witzfigur anlegen können, aber ich wollte einen Weg finden, auch ihre menschliche, warme und verletzliche Seite zu zeigen.

Beschreiben Sie doch mal kurz die beiden Schwestern.

Die zwei Schwestern könnten wahrscheinlich unterschiedlicher nicht sein. Sandra ist die Schwester, die Versicherungen versichert, die ein bisschen in einem spießigeren Haushalt groß geworden ist und der es für den Außenstehenden scheinbar an nichts gefehlt hat. Und Sandy ist das absolute Gegenteil. Sie hat sich von Job zu Job gehangelt, kommt aus nicht so einfachen Verhältnissen und ist ein bisschen lauter.

Welche der Schwestern ist Ihnen ähnlicher?

Ich finde mich eher in der Sandy-Figur wieder, einfach aus dem Grund, dass sie sehr positiv bleibt. Also egal wie schwierig eine Situation wird, sie versucht immer das Beste draus zu machen. Und das versuche ich in meinem Leben auch.

Hätten Sie auch Lust gehabt, Sandra zu spielen? 

Ich hatte ja schon ganz andere Rollen. Aber ich muss schon sagen, wann hat man denn mal die Möglichkeit, eine Rolle wie Sandy zu spielen? Das ist ja wie ein Freifahrtschein. Du darfst alles machen, was du willst. Das war schon cool.

Was ist im Film Ihre persönliche Lieblingsszene, in der Sie sich ganz anders verhalten haben, als für Sie üblich?

Die Szene im Schloss, in der Sandy verkatert ist – mit ihren Extensions und einer Wimper, die ihr irgendwie schief ins Gesicht hängt – und in der sie erst einmal gefühlt das ganze Schloss auf den Kopf stellt. Das war mir beim Spielen alles schon ein bisschen unangenehm, so würde ich mich nicht verhalten. Aber wir haben uns am Set den ganzen Tag darüber kaputtgelacht.

Wie würden Sie reagieren, wenn Sie von jetzt auf gleich eine Schwester hätten, von der Sie nichts wussten?

Also ich weiß nicht, für mich hört sich das gar nicht so schlecht an, ehrlich gesagt. 

Echt? 

Also ich bin eine große Schwester und meine Geschwister sind schon einige Jahre jünger. Ich habe mir schon immer eine ältere Schwester oder einen älteren Bruder gewünscht. 

Aber es wäre ja auch damit verbunden, dass der Vater beziehungsweise die Mutter noch eine andere Beziehung irgendwo gehabt hätte…

Ja, die Umstände sind ein bisschen schwierig. So ohne das ganze Gepäck hätte ich es gut gefunden. Gesamt betrachtet, ist es auf jeden Fall krass, das erstmal einzuordnen, dass man plötzlich nicht die einzige Familie in dem Leben vom Vater war. Das würde ich jetzt auch nicht so wollen.

Sandy ist im Film besessen davon, Sandras Trauzeugin zu werden. Wäre das ein Job für Sie?

Ich war tatsächlich während des Drehs auf einem Junggesellinnenabschied. Das hat ganz gut gepasst. Aber ich glaube, den Trauzeugen-Job würde ich wirklich nur bei meinen allerbesten Freunden übernehmen, wo ich wüsste, dass ich die richtige Tonalität treffen würde. Bei einem für mich komplett neuen Menschen würde ich mich eher zurückziehen.

Wie stehen Sie allgemein zum Thema Heiraten?

Grundsätzlich finde ich die Idee, ein Fest der Liebe zu feiern, total schön. Man bringt die Familien zusammen und zelebriert diese gemeinsame Liebe. in welcher Form auch immer. Natürlich ist der Erwartungsdruck größer, je mehr Menschen dabei sind. Bei Sandra geht deshalb dementsprechend einiges komplett schief. Ich würde es schon kleiner halten. Und vor allem vielleicht auch ein bisschen außerhalb feiern.

Was macht für Sie die Kernbotschaft des Films aus?

Es geht darum, dass Familie nicht bedeutet, dass man unbedingt zusammen aufgewachsen ist, sondern dass Familie auch ganz plötzlich entstehen kann. Und das finde ich hat auch etwas ganz Schönes, weil dann lernen diese Menschen eben die Person kennen, die du jetzt bist und nicht die Person, die du in der Entwicklungsphase damals warst. Vor allem bedeutet Familie, einfach geliebt und wertgeschätzt zu werden. 

Wer wird Spaß mit dem Film haben? 

Ich denke, das Zielpublikum ist recht breit gefächert und der Film ist auch für meine Altersklasse ansprechend. Ich bin jetzt Ende 20. „Plötzlich Schwester“ ist für jeden super, der vielleicht einen blöden Tag hinter sich lassen und mit einem erwärmten Herzen und Lächeln auf den Lippen den Tag beenden möchte.

Was schauen Sie privat am liebsten? 

Es darf auf jeden Fall alles sein. Es kommt total auf meinen Gemütszustand an, aber ich bin auch eine kleine Action-Maus. Mein Papa ist Regisseur und ich bin dementsprechend mit Filmen und Serien groß geworden.

„Plötzlich Schwester“
Donnerstag, 6. August, 20.15 Uhr ZDF
ab Montag, 13. Juli, in der ZDF-Mediathek