E-Bikes und Pedelecs liegen im Trend, ihr Absatz boomt. Das Bewegen der elektronischen Fahrräder will allerdings gelernt sein. Und der Kauf durchdacht.

Fahrräder mit Elektroantrieb gibt es in zwei Varianten. Auf einem Pedelec – englische Abkürzung für Pedal Electric Cycle – tritt der Fahrer überwiegend selbst in die Pedale. Ein Elektromotor unterstützt die Tretkraft mit bis zu 250 Watt, stufenweise einstellbar. Maximale Geschwindigkeit: 25 Stundenkilometer. E-Bikes besitzen ebenfalls einen Elektromotor, der sie, anders als beim Pedelec, optional auch ohne menschlichen Anschub vorwärts bewegt.

Eine eingehende Beratung vor dem Kauf ist jedem Interessenten zu empfehlen. Einige Parameter sollten im Vorfeld feststehen: City-, Trekking-, Sport-, Lastenrad? Wie hoch dürfen die Geschwindigkeit und das Gewicht sein? Ist eine ebenerdige Abstellfläche verfügbar? Die Kapazität des Akkus ist laut Verbraucherzentrale (VZ) NRW das wichtige Kriterium für die Reichweite, die unter anderem je nach Fahrer, Fahrstil und Windverhältnissen variiert. In jedem Fall sollte der Akku für Ladevorgänge abnehmbar sein. Beachten sollten Käufer angegebene Ladezeiten und die Verfügbarkeit von Ersatz-Akkus. Beschaffenheit und Funktionsweise von Motor, Gangschaltung und Bremsen beeinflussen das Fahrgefühl. "Deswegen sollte ein E-Bike ausgiebig getestet werden. Der Besitzer muss sich darauf wohlfühlen", sagt David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV).

Jedes Rad sollte der Händler fachmännisch auf den Fahrer einstellen, etwa in Sitz- und Lenkerhöhe sowie an den Pedalen für einen sicheren Tritt. Wichtig sei, sich mit der veränderten Beschleunigung und dem intensiveren Bremsverhalten durch das höhere Gewicht des E-Bikes vertraut zu machen. Die Unterstützungsstufe des Motors sollte dem persönlichen Sicherheitsgefühl entsprechen.

Richtig bremsen

Perfekt vorbereitet sei man mit einem Fahrsicherheitstraining, sagt Eisenberger: "Gerade ältere Menschen reagieren in Stresssituationen weniger flexibel und schreckhafter. Für sie sind Testfahrten besonders wichtig." Ein Full Stop mit beiden Bremsen etwa berge das Risiko, über den Lenker zu fliegen. "In der Regel haben E-Bikes eine Bremse links und rechts am Lenker, für Vorder- und Hinterrad. Idealerweise benutzt man beide gleichzeitig – wohldosiert." David Eisenberger rät unbedingt zum Kopfschutz. "Ein Helm ist nicht verpflichtend, dient aber der Verletzungsminderung bei Unfällen. Auch wenn E-Bikes keine höhere Unfallwahrscheinlichkeit haben als Fahrräder."

TIPPS: E-BIKEN IM WINTER

Umsichtig anfahren: bei rutschigem Untergrund mit niedriger Motorunterstützung anfahren, um ein Durchdrehen der Räder zu vermeiden.

Akku warmhalten: Niedrige Temperaturen mindern die Leistungsfähigkeit des E-Bike-Akkus. Den Akku bei längeren Pausen oder zum Laden mit in die Wohnung oder ins Büro nehmen.

Trocken abstellen: Garage oder Carport genügen, um das E-Bike vor Feuchtigkeit zu schützen.

Kette reinigen: Salz, Matsch und Wasser setzen der E-Bike-Kette besonders zu. Ein wasserabweisendes Kettenöl erhält die Schmier- und Schutzwirkung.

Licht einstellen: Der hellste Fleck des Scheinwerfers sollte etwa zehn Meter vor dem Rad auf der Straße liegen.

Warm und sicher kleiden: Handschuhe und eine winddichte Mütze unterm Helm sind unverzichtbar für Fahrspaß ohne Frieren auf dem schnellen E-Bike. Auf ausreichend Reflektoren achten!