Essen gehen mit der ganzen Familie? Für Kinder wird solch ein Ausflug schnell langweilig – es sei denn, die Restaurants sind auf ihre kleinen Besucher vorbereitet. prisma stellt gängige Kriterien für eine familienfreundliche Gastronomie vor.

Kindergerechtes Restaurant – das bedeutet mittlerweile mehr, als Gerichte als halbe Portion oder in Form von Chicken Nuggets mit Pommes anzubieten. Auch für Babys geeignete Gerichte, Hochstuhl, sichtgeschützte Stillmöglichkeit sowie Wickeltisch mit Auflage gehören in vielen Lokalitäten zum Standard. Familienfreundliche Ausstattungsmerkmale umfassen darüber hinaus zum Beispiel passendes Kinderbesteck, Polster zur Sitzerhöhung, Abstellmöglichkeit für Kinderwagen und Garderobenhaken auf Kinderhöhe.

Der WC-Bereich sollte über einen Toilettenaufsatz, eine gut erreichbare Spülung und eine rutschfeste Trittstufe für das Waschbecken verfügen. Mehr Sicherheit schaffen griffbereite Notruf- und Kinderarzt-Rufnummern, Kindersicherung an Steckdosen, eine kindgerechte Notapotheke sowie gut ausgeleuchtete Wege ohne Stolperfallen und scharfe Kanten.

Genuss im Spiel

Mit Blick auf Beschäftigungsmöglichkeiten freuen sich junge Gäste zum Beispiel über Utensilien wie Malhefte, Papier und Buntstifte, Kinderbücher, Bauklötze oder Puppen. Idealerweise haben diese Objekte ihren festen Platz in einer Spielzone, die ausreichend einsehbar ist. Im Außenbereich kommen Schaukel, Spielhaus und Sandkasten hinzu. Wichtig: Prüfsiegel vom TÜV!

Auch der Service kann kindgerecht sein, etwa mit preisgünstigen Familienmenüs, bevorzugter Bedienung und gezielter Ansprache sowie kleinen Überraschungen wie Stickern oder Obst.

Drei Fragen an ... Michael Schmidt

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) Sachsen-Anhalt erklärt, wie Lokale bei Familien mit Kindern punkten können.

Herr Schmidt, wie steht es in Sachsen-Anhalt um die Kinderfreundlichkeit in der Gastronomie?

"Tourismus für alle", eine Initiative des Tourismusverbands Sachsen-Anhalt, hat das Thema vorangetrieben. Viele Gaststätten verfügen mittlerweile über Kinderstühle, -speisekarten und Wickeltische. Teils haben sie Spielplätze eingerichtet oder in den Räumen Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kleinen geschaffen.

Gewinnt Familien- und Kinderfreundlichkeit demnach an Bedeutung?

Natürlich. "Tourismus für alle" heißt, den 75 Jahre alten Gast genauso serviceorientiert zu bedienen wie den Zweijährigen mit seinen Eltern. Viele Restaurants folgen dem ernährungsphysiologischen Trend, kindgerechte Speisen jenseits von Schnitzel, Pommes und Tomatensuppe anzubieten. Auch bei größeren Familienfeierlichkeiten sind Möglichkeiten der Kinderbetreuung inzwischen sehr oft Teil der Beratung.

Wie können Gastronomen ihr Lokal ohne viel Aufwand familienfreundlicher machen?

Ganz einfache Dinge funktionieren in so gut wie jedem Haus: Platzdeckchen, die gleichzeitig Malvorlagen sind, alternativ Papier und Buntstifte oder auch Spiele, die am Tisch gespielt werden können, wenn anderweitig kein Platz ist. Auch ein geschenkter Luftballon oder Kindergeschirr machen Freude. Genauso wichtig wie die Beschäftigung der Kinder sind aber auf sie zugeschnittene Speisen – auch in der Portionsgröße – und Getränke, zum Beispiel kalte Tees. Das ist sogar schon fast überall Standard.