Multifunktionale Küchenfeen wie der Thermomix sollen Alleskönner sein und liegen voll im Trend. Doch was können sie wirklich? Wir klären auf.

"Was koche ich heute?" gehört zu den meist gestellten Suchanfragen bei Google. Der Wunsch: Schnell, gesund und lecker soll es sein. Doch während der Appetit auf frische Küche steigt, bleibt vielen dafür zumindest unter der Woche kaum Zeit. Wie sich das Bedürfnis nach Zeitersparnis am heimischen Herd mit inspirierender Küche unter einen Hut bringen lässt, zeigen die Multifunktionskocher. Der prominenteste unter ihnen: der Thermomix von Vorwerk. Damit haben die Wuppertaler nicht nur die Küche revolutioniert. Der Thermomix ist längst auch zum Statussymbol avanciert. Mehr noch: Er ist Gattungsbegriff für die multifunktionalen Küchen-Alleskönner. Wie Tempo für Papiertaschentücher oder der Fön für Haartrockner.

Eigentlich ist der Thermomix ja bloß eine Küchenmaschine. Sie wiegt und rührt und mahlt und mixt und wärmt und kocht und schmort und, und, und ... ein Dutzend Funktionen, vereint in einem Gerät. Kein Wunder, dass das 1200 Euro teure Kultobjekt namens TM5 von seinen Nutzern regelrecht verehrt wird. Es ist ein Gerät für zuhause, hält aber genauso auch dem Alltag einer Profiküche stand. Denn selbst die beliebtesten Restaurants im Land wie die "Sansibar" auf Sylt oder die besten Sterneköche möchten den "Wunderkessel" aus dem Bergischen Land nicht missen. Warum? Weil man den Thermomix ideal zur Vorbereitung köstlicher Menüs nutzen kann, etwa zum Pürieren, für Saucen, Eismassen oder eine Kräuterfarce.

Nachvollziehbar, dass der Thermomix in den vergangenen Jahren viele Nachahmer gefunden hat. Als ein Discounter eine günstige Maschine mit ähnlichen Eigenschaften anbot, kam es in einigen Filialen zu regelrechten Tumulten. Dennoch haben es die anderen Multifunktionskocher nicht leicht. Daran ändert auch ein Test der "Stiftung Warentest" vor gut zwei Jahren nichts, der drei Multifunktionskocher anderer Marken vor dem Branchen-Primus aus Wuppertal sah. Bei der "Cooking Chef" von Kenwood (hier bei Amazon bestellen) lobten die Tester das Zubehör und die mannigfaltigen Funktionen. Für den großen Hunger empfahlen sie den "Artisan Cook Processor" von KitchenAid (hier bei Amazon bestellen), für den kleinen Hunger die "Prep & Cook" von Krups (hier bei Amazon bestellen), die im Test die kalten Speisen am besten zubereitete.

Der neue "Hausfreund"

Was den Thermomix so erfolgreich macht? Er hat um das eigentliche Gerät eine eigene Aura, eine eigene Community geschaffen. Wenn die Nachbarin, die Kollegin, die beste Freundin einen hat, dann will man einfach dazugehören. Zudem kauft man mit der Maschine gleich auch einen Kochkurs mit ein. Und den Zugang zum Online-Rezeptportal mit über 5000 Inspirationen, zu digitalen Kochbüchern, deren Rezepte auf dem Display des Gerätes angezeigt werden, sowie zu einer Einweisung in den neuen "Hausfreund" durch eine persönliche Ansprechpartnerin, offiziell "Repräsentantin" genannt. Sie stellt das Kochgerät im Rahmen eines Erlebniskochens mit Freunden und Familie vor – und zwar genau dort, wo der smarte Küchenhelfer später auch zum Einsatz kommen soll: in der Küche daheim! Ist man tags darauf wieder auf sich allein gestellt, kann man sich Schritt für Schritt an die Hand nehmen und durch die Rezepte führen lassen – betreutes Kochen eben! Mit zwölf Funktionen ist der Thermomix ein idealer Küchenhelfer, um Dressings, Marmeladen, Brotteig oder Saucenfonds herzustellen. Ob kontrolliertes Erhitzen, passgenaues Zerkleinern oder Einkochen – alles kein Problem, alles gelingt auch ohne große Vorkenntnis mühelos.

Vollautomatisch Kochen können die anderen Geräte natürlich auch. Ob kneten, mixen oder schlagen, dämpfen, anbraten oder kochen – auch die "Cooking Chef Gourmet" von Kenwood erledigt diese Aufgaben selbstständig und mit Bravour. Durchdacht ist die Temperaturregulierung des "Küchenchefs" mit einer Feinabstimmung der Hitze zwischen 20 und 180 Grad Celsius in exakter Abstufung von einem Grad. So lässt sich Schokolade punktgenau schmelzen oder Fleisch auf den Punkt garen. Cremige Risottos, zart geschmortes Gulasch oder – jetzt zum Spargel – eine selbst gemachte Sauce hollandaise lassen sich auf den Punkt zubereiten. Mit schickem Design buhlt der "Artisan Cook Processor" von KitchenAid um Aufmerksamkeit. Sechs automatische Kochmodi führen Schritt für Schritt durch die Rezepte. Ob Mayonnaise, Guacamole oder Ratatouille, alles geht unkompliziert von der Hand. Und wer die persönliche Freiheit und Kreativität in der Küche schätzt, kann auch in den manuellen Modus umschalten.

Smarte Küchenhelfer

Der Multikocher von Bosch ("AutoCook", hier bei Amazon bestellen) ist mit 50 Programmen ausgestattet, darunter dem angesagten Vakuumgaren. Auch sonst bleiben kaum Wünsche offen: Dampfgaren, Anbraten, Backen, sanftes Frittieren, alles ist möglich – sogar die Zubereitung von Joghurt. Ein mitgeliefertes Kochbuch wurde auf den "AutoCook" und seine Programme zugeschnitten, die Rezept-App bietet Ideen-Nachschub. Mit der "i Prep&Cook Gourmet" bietet Krups eine multifunktionale Küchenmaschine an, bei der sich die Speisenzubereitung mit zehn Automatik-Programmen über Smartphone oder Tablet steuern lässt. Auch hier wird der Nutzer beim Kochen an die Hand genommen, sorgt eine App für Rezept-Nachschub.

Frische, leckere Mahlzeiten ganz ohne Stress zubereiten? Mit den Multikochern scheint das Chaos in der Küche Geschichte. Da brennt nichts an, da kocht nichts über.