Fahrradfahren hält fit – in jedem Alter. Im siebten Teil unserer Fitnessserie geben wir mit Mountainbike-Profi Sabine Spitz einen Überblick über die verschiedenen Radtypen. Wichtig: immer einen Helm tragen!

Sabine Spitz ist eine ehemalige Weltklasse-Radsportlerin. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking gewann sie die Goldmedaille auf dem Mountainbike im Cross Country. Mit Fahrrädern kennt sie sich also bestens aus. Für prisma gibt sie Tipps, für welchen Typ welches Rad geeignet ist und worauf man achten sollte.

FÜR DEN SPORTLICHEN

Rennräder setzen auf Geschwindigkeit. Der leichte Rahmen besteht oft aus Aluminium, bei Profis meist aus Carbon. Scheibenbremsen sind bei hochwertigen Rädern gängig.

Sabine Spitz: "Ein Rennrad ist ein Sportgerät, bei dem es vor allem auf wenig Luftwiderstand und geringes Gewicht ankommt. Dabei ist es wichtig, einen guten Kompromiss zwischen aerodynamischer Haltung und einer angenehmen Sitzposition zu schaffen."

FÜR DEN NATURFREUND

Mountainbikes wurden für Fahrten im Gelände entwickelt. Breite Reifen mit tiefem Profil wahren auch an steilen Hängen und bei Fahrten über Stock und Stein die Bodenhaftung, großzügige Federungen erhöhen den Komfort, ein breiter Lenker verbessert die Kontrolle. Scheibenbremsen sind Standard. Heute sind Carbon-Rahmen verbreitet.

Sabine Spitz: "Das Mountainbike ist ein echter Alleskönner und für jedes Alter geeignet. Es ist robust und bietet viele Variationsmöglichkeiten. Wichtig ist eine bequeme Sitzposition, die deutlich aufrechter sein sollte als beim Rennrad."

FÜR DEN GENIESSER

Elektrofahrräder (Pedelecs und E-Bikes) sind attraktiv für alle, die weniger Kraft beim Pedaltreten aufbringen können oder einfach entspannt fahren möchten. Der Motor unterstützt stufenweise bis zu 25 Stundenkilometer. Bergab oder wenn der Fahrer kräftig in die Pedale tritt, geht es auch schneller.

Sabine Spitz: "Die Auswahl ist riesig und die Innovationsschritte sind gewaltig. Der Kunde sollte sich fragen, wie viel elektrische Unterstützung er tatsächlich braucht."

FÜR DEN STADTRADLER

Stadt- oder Cityräder werden genutzt, um kurze Strecken zu fahren. Das Aufsteigen bei "Tiefeinsteiger"-Modellen erfolgt aus dem Stand. Auf breitem Sattel sitzt man aufrecht mit gutem Rundum-Blick.

Sabine Spitz: "Cityräder sind in erster Linie Nutzräder. Auch bei diesen Rädern sollte man auf die Qualität von Schaltung, Bremsen, Naben achten. Nur wenn diese hochwertig sind, hat man lange Spaß an diesem umweltfreundlichen Fortbewegungsmittel."

FÜR KINDER

Kinderfahrräder müssen die richtige Größe haben. Oft wird auf "Vorrat" gekauft und die Fahrräder sind größer, als es sinnvoll wäre. Das ist mit Blick auf die Sicherheit problematisch. Tiefer Einstieg, geschlossener Kettenkasten oder Lenkergriffe mit Prallschutz machen ein Rad für Kinder sicher. Für Anfänger sollte der Sattel so justiert werden, dass das Kind den Boden mit den Füßen problemlos berührt.

Sabine Spitz: "Ein wichtiger Aspekt ist der Preis: besser hier etwas mehr investieren, um das Rad – wenn es zu klein geworden ist – wieder für einen guten Preis zu verkaufen."