28.09.2021 Bierland Deutschland

Das ist unser Bier!

Von Felix Förster
Deutschlands Bierkarte.
Deutschlands Bierkarte. Fotoquelle: Gettyimages/ Pavlo Stavnichuk/ Berezka_Klo/ Artur Charkin

Bierland Deutschland! In keinem Land der Erde gibt es so viele verschiedene Biersorten wie bei uns. prisma hat sich einmal auf die Suche nach den beliebtesten deutschen Bieren und Mischgetränken gemacht. Viele davon gibt es übrigens auch als alkoholfreie Variante.

Deutschlands Biere sind über unsere Grenzen hinaus berühmt, und mit dem Reinheitsgebot setzen die Bierbrauer auch heute noch das älteste Lebensmittelgesetz der Welt um. Aus lediglich vier Zutaten werden seit Jahrhunderten die hiesigen Biere gebraut: Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Was sich daraus so alles brauen lässt, ist erstaunlich. Begeben wir uns einmal auf eine Bierreise durch Deutschland!

Altbier – Ja sind wir im Wald hier? Der Name Alt ist relativ "neu", auch wenn das leckere, obergärige Bier immer noch nach der "althergebrachten" Brauweise hergestellt wird. Besonders in der Düsseldorfer Altstadt ist das herbe, dunkle Bier beliebt.

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Alsterwasser – Die Hamburger lieben ihr Pils mit einem Schuss Zitronenlimonada. Herrlich erfrischend – auch für Bier-Puristen!

Berliner Weiße – Die bauchigen Kelche gehören zum Flair der Hauptstadt einfach dazu. Die Weiße ist obergärig und wird besonders vergoren, wodurch das Bier säuerlich schmeckt und einen etwas geringeren Alkoholgehalt hat. Wahlweise trinken es die Hauptstädter und ihre direkten Nachbarn im Brandenburgischen gerne mit Himbeer- oder Waldmeistersirup.

Bockbier – Der Ursprung dieses Starkbieres liegt im niedersächsischen Einbeck. Hier wird seit dem 14. Jahrhundert Bier gebraut. Bockbiere gibt es sowohl ober- als auch untergärig, der Stammwürz- und Alkoholgehalt liegt um einiges höher als bei normalen Bieren. Beim Doppelbock kann der Alkohol bei bis zu 12 Prozent liegen.

Craft Beer – Dieser Begriff umfasst das Bier sogenannter "Micro Breweries", also kleiner Betriebe, die hochwertiges Bier brauen, häufig mit einer hohen Hopfennote wie ein IPA. Der Trend trägt der größer werdenden Nachfrage nach individuellen Spezialitäten und weg von den Massenbieren Rechnung.

Diesel – Darunter versteht man den Mix aus Bier und Cola. Im Rheinland nennt man ein Alt mit Cola "Krefelder".

Export – Exportbier war, wie es der Name schon sagt, früher für den Verkauf, den "Export", vorgesehen. Damit das Bier länger haltbar war, wurde es stärker eingebraut, hatte eine höhere Stammwürze und mehr Alkohol. Besonders in der früheren "Bierhauptstadt Deutschlands" Dortmund war diese Sorte sehr beliebt. Exportbiere sind meist untergärig.

Gose – Diese Spezialität stammt eigentlich aus Goslar. Heute wird dieses leichte, obergärige Weißbier vor allem in Leipzig ausgeschenkt.

Helles – Oans, zwoa, g'suffa! Die Bayern lieben ihr Helles und trinken es entweder als "Halbe"“ (0,5 l) oder als Maß (1 l). Wer sich in München übrigens direkt als Tourist bzw. "Saupreiß" zu erkennen geben möchte, betont das "a" in Maß lang.

Kölsch – Die schlanken Stängchen mit dem obergärigen, hellen Bier werden in den Kölner Brauhäusern im klassischen Kranz transportiert und serviert. Übrigens sind sich Kölsch und Alt sehr ähnlich, denn eigentlich handelt es sich bei beiden um die gleiche Brauart, wobei das Malz beim Alt einfach nur länger geröstet wird, wodurch das Bier dunkler und herber wird.

Lager – Dieses Bier wurde früher länger gelagert, daher der Name. Eigentlich ist der Begriff außerhalb Deutschlands deckungsgleich mit dem Pils.

Märzen – Dieses bayerische Bier ist verwandt mit dem Bockbier. Es ist ebenfalls stärker eingebraut und hat eine höhere Stammwürze. Ursprünglich wurde es im Frühjahr – im März – gebraut, da im Freistaat die Bierherstellung zwischen April und September verboten war. Länger haltbar, konnte es über den Sommer hinweg getrunken werden.

Radler – Die ursprüngliche Bezeichnung des Mischgetränks aus Bier und Limonade, meist Orangenlimonade.

Rauchbier – Ein besonderes Bier, das mit geräuchertem Malz gebraut wird und dadurch seinen unverwechselbaren Geschmack erhält. Im Schlenkerla-Brauhaus in Bamberg, dem bekanntesten Rauchbierlokal, gibt es über diese lokale Bierspezialität ein frei übersetztes Sprichwort: Nach dem dritten Glas schmeckt's jedem! Mehr muss nicht gesagt werden.

Schwarzbier – Besonders beliebt in Thüringen, Sachsen und Brandenburg, hat es seine Farbe durch das dunkle Röstmalz.

Weizen – Kein Baier würde jemals "Weizenbier" sagen, aber unter diesem Begriff ist das obergärige Bier bekannt. Im Freistaat sagt man Weißbier und hier hat es gerade im Sommer jede Menge Fans in den wunderschönen Biergärten. Alkoholfrei ist das spritzige Getränk auch bei Sportlern äußerst beliebt und wirkt isotonisch. Einfach mal probieren!

ZAHLEN UND FAKTEN

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier belief sich 2020 hierzulande auf rund 95 Liter. Damit weisen nur Tschechien und Österreich in Europa einen höheren Pro-KopfKonsum auf. Der Bierabsatz in Deutschland lag 2020 bei 72 Mio. hl. Quelle: Statista

Ober- versus untergärig: Obergärige Hefe braucht für die Umwandlung von Zucker zu Alkohol eine Temperatur von 15 bis 20 Grad und schwimmt oben. Untergärige Hefe braucht Temperaturen zwischen 4 und 9 Grad. Nach der Gärung sinkt die Hefe auf den Boden des Gärkessels. Untergärige Biere (Pils, Export, Helles) werden gekühlt gebraut. Diese Brauart überwiegt, Obergäriges (Alt, Kölsch, Weizen, Weiße) hat aber auch seine Fans.

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