14.07.2015 Gesundheit

Von Mark Aurel lernen

Dr. Sabine Schonert-Hirz.
Dr. Sabine Schonert-Hirz. Fotoquelle: privat

Das Reiterstandbild Mark Aurels schaut seit Jahrhunderten auf das quirlige Treiben Roms hinunter. Die Pose ein Ausdruck gelassener Souveränität. Der Kaiser war nicht nur ein Chef des römischen Imperiums, der sich für die Rechte der Schwachen einsetzte, und ein vorbildlicher und bescheidener Feldherr, sondern auch Philosoph. Er vertrat die Lehre der Stoiker, deren positive, ruhige Haltung bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren hat.

Denn könnten wir ein wenig von seiner Haltung annehmen, täte es unserem stressgeplagten Organismus gut! Wir würden auf manches Shopping verzichten, allzu aufreibende Urlaubsaktivitäten meiden und auch beim Essen Abstriche machen - weil wir spürten, dass weniger mehr sein kann.

Das tun, was mit den natürlichen Bedürfnissen in Einklang steht

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"Rührt ein Übel von dir selbst her, warum tust du’s?", fragt er ganz lapidar. Das "tugendhafte" Leben, so wie es die Stoiker verstehen, bedeutet nicht, sich nach strengen Moralvorschriften zu kasteien, sondern genau das zu tun und zu genießen, was mit den natürlichen Bedürfnissen im Einklang steht.

Wären wir nach Aurels Vorbild etwas "stoischer", würden wir gelassener bleiben, wenn uns die vielen Informationen überfluten. Denn wir hätten von ihm gelernt, den Verstand einzusetzen und die notwendigen Dinge einfach Schritt für Schritt und konzentriert abzuarbeiten, ohne uns dabei lange mit Überlegungen wie "Macht das jetzt Spaß?" oder "Habe ich jetzt Lust dazu?" aufzuhalten.

Aurel lehrt uns auch, Schicksalsschläge anzunehmen: "Betrachte die ganze Natur, wovon du nur ein winziges Stücklein bist (...), und das Schicksal, wovon das deinige nur ein Bruchteil bildet." Er weiß, wovon er spricht. Von seinen 13 Kindern starben die meisten sehr früh, die Pest und verheerende Überschwemmungen schwächten das Römische Reich, das während seiner Amtszeit von allen Seiten angegriffen wurde. In seinen "Selbstbetrachtungen", die er überwiegend im Feldlager in Form von kurzen Tagebucheinträgen verfasste, tröstete und stärkte er sich selbst. Lesensund beherzenswert!

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