08.11.2021 Finanzen

Finanzieren, aber richtig

Von Patrick Peters
Bevor ein Kredit aufgenommen wird, sollte man sich gut über die Konditionen informieren.
Bevor ein Kredit aufgenommen wird, sollte man sich gut über die Konditionen informieren. Fotoquelle: GettyImages / Witthaya Prasongsin

Die Konditionen für Kredite sind in den vergangenen Jahren immer günstiger geworden. Dennoch sollten Kreditnehmer die Modalitäten sehr genau vergleichen und darauf achten, sich nicht zu übernehmen.

Ob Immobilienkauf, Autofinanzierung oder eine andere größere Anschaffung: Es existieren viele Situationen, in denen Menschen einen Kredit benötigen. Der große Vorteil ist, dass die Konditionen für Kredite in den vergangenen Jahren immer günstiger geworden sind. So sind Hypothekenzinsen mit 20-jähriger Laufzeit seit 2010 von knapp fünf Prozent jährlich auf etwas über ein Prozent gefallen, Ratenkredite über 10.000 Euro mit 72 Monaten Laufzeit von in der Spitze knapp 8,3 Prozent auf rund 3,9 Prozent. Es wird also immer günstiger, sich Geld zu leihen.

Die Situation ist entsprechend verlocken. Doch bevor Verbraucher eine Kreditverpflichtung eingehen, sollten sie einige wichtige Schritte beachten. Die Verbraucherzentralen raten zum Beispiel dazu, zunächst die eigene finanzielle Situation realistisch einzuschätzen und zu überprüfen, wie viel Geld Menschen von ihrem monatlichen Einkommen während der gesamten Darlehenslaufzeit regelmäßig für Raten abzweigen könnten, ohne sich übermäßig einschränken zu müssen. Dabei sollten auch immer absehbare Reduzierungen des Einkommens sowie Erhöhungen der Kosten einkalkuliert werden. Außerdem empfehle es sich, die Bildung von Rücklagen zu berücksichtigen. Bei einem Hauskauf lautet die Faustformel der Finanzdienstleistungsgesellschaft Dr. Klein: Die maximale Monatsrate sollte 35 Prozent des monatlichen Nettohaushaltseinkommens nicht überschreiten. Das ist ein guter Indikator für Kaufpreis- und Darlehenshöhe. Ebenfalls wichtig laut den Verbraucherschützern: prüfen, ob die Anschaffung wirklich sofort sein muss.

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Um den besten Preis zu finden, lohne es sich, die Konditionen möglichst vieler Kreditinstitute mit gleichen Laufzeiten zu vergleichen. Wichtig dabei laut Experten ist, nicht die monatlichen Raten zu betrachten, sondern allein den effektiven Jahreszins. Diesen müssen Kreditgeber zwingend ausweisen, damit Kreditnehmer das individuell günstigste Angebot finden können. Obacht sollte bei sogenannten Restschuldversicherungen walten. Das ist eine Absicherung des Kreditnehmers beziehungsweise von dessen Hinterbliebenen für den Fall des Todes, Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Sie dient auch dem Kreditgeber als zusätzliche Kreditsicherheit und wird als solche im Kreditvertrag an die Bank abgetreten. Das klingt erst einmal sinnvoll – muss es aber nicht zwingend sein. Denn laut der Verbraucherzentrale sind Restschuldversicherungen erstens teuer und zweitens entfällt die Versicherungsleistung oft dann, wenn sie wirklich benötigt wird.

Apropos bester Preis: Das Vergleichsportal Verivox.de weist darauf hin, dass Vergleiche selbst bei historisch niedrigen Konditionen lohnen. So lag laut Zahlen der Bundesbank der durchschnittliche Effektivzins für Baufinanzierungen im Sommer 2020 bei 1,37 Prozent. Aber: Bei den günstigsten Banken hätten Kunden einen Baukredit von 200 000 Euro mitzehnjähriger Zinsbindung zu einem Effektivzins von 0,55 Prozent erhalten. Bei einer Monatsrate von 750 Euro zahlen Kreditnehmer laut Verivox bei der günstigeren Finanzierung rund 14 000 Euro weniger Zinsen – allein während der ersten zehnjährigen Zinsbindungsfrist.

Wie viel Kredit kann ich mir leisten?

Das Vergleichsportal Verivox stellt Rechner zur Verfügung, mit denen Kreditnehmer ermitteln können, wie viel Kredit sie sich mit ihrem Einkommen leisten können.

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