In „Die Verräter“ müssen Prominente herausfinden, wer unter ihnen falsch spielt. Der frühere Schiedsrichter Urs Meier erzählt, warum ihm selbst Nervenstärke und Menschenkenntnis nicht immer halfen.
prisma: Urs, was reizt Dich an „Die Verräter“?
Urs Meier: Mich hat diese Spielform schon fasziniert, bevor ich selbst dabei war. Ich bin sehr wählerisch, wenn es darum geht, in welchen Formaten ich auftrete. Aber bei „Die Verräter“ habe ich immer gesagt: Da sehe ich mich. Auf dem Fußballplatz waren die Rollen klar – da gab es die beiden Parteien und mich als Unparteiischen. Bei „Die Verräter“ war dagegen alles offen und verwirrend.
Das ist ein ziemlicher Kontrast zu deinem früheren Beruf: Als Schiedsrichter standest Du für Fairness und Gerechtigkeit, hier gehören Lügen und Misstrauen zum Spiel.
Ich propagiere immer Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz – in dieser Sendung konnte ich nicht immer danach handeln. Da gehst du abends ins Bett und schläfst nicht gut. Natürlich habe ich mir gesagt: Es ist eine Show, ein Spiel, und du musst deine Rolle ausfüllen. Aber manchmal kommen dir die eigenen Werte in die Quere.
Du hattest also durchaus Gewissensbisse?
Natürlich. In manchen Momenten musst du dein eigenes Ich zurückstellen. Wenn dir das nicht gelingt, wirst du es in diesem Format nicht lange schaffen. Ich spiele sehr gerne und sehr intensiv, und ich kann nicht verlieren – ein richtiger Zocker bin ich trotzdem nicht. Wenn es wirklich ums Eingemachte geht, habe ich eine innere Bremse.
Deine Menschenkenntnis müsste Dir im Spiel eigentlich entgegengekommen sein.
Vor der Sendung dachte ich, ich könne Menschen relativ gut lesen. Danach war ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Auf dem Fußballplatz war das viel einfacher. Bei „Die Verräter“ waren Menschen dabei, die das viel besser konnten als ich, unter anderem Schauspieler. Da bin ich auf den Boden der Tatsachen zurückgekommen.
„Die Verräter – Vertraue Niemandem!“
4. Staffel, ab Montag, 17. August, montags bis donnerstags 20.15 Uhr auf RTL und ab dem 03. August auf RTL+