26.10.2015 Suche nach passenden Drehorten

"James Bond - Spectre": 11.000 Briefe für 20 Locations

Eine mysteriöse Nachricht aus der Vergangenheit schickt James Bond (Daniel Craig) ohne Befugnis auf eine Mission nach Mexico City und schließlich nach Rom, wo er Lucia Sciarra (Monica Bellucci) trifft.
BILDERGALERIE
Eine mysteriöse Nachricht aus der Vergangenheit schickt James Bond (Daniel Craig) ohne Befugnis auf eine Mission nach Mexico City und schließlich nach Rom, wo er Lucia Sciarra (Monica Bellucci) trifft.   Fotoquelle: © 2015 Sony Pictures Releasing GmbH

Location Managerin Emma Pill sucht weltweit nach Drehorten. Der neue James- Bond-Film war ihre größte Herausforderung.

Auf den Spuren von 007

Die James-Bond-Touren in London führen Besucher zu Drehorten der Filme (www.britmovietours.com). Bei einer Speedboot-Tour auf der Themse (www.londonribvoyages.com) können sich die Passagiere wie 007 fühlen. Und mit "Bond in Motion" (www.londonfilmmuseum.com) ist in London die weltweit größte Sammlung von James-Bond-Fahrzeugen zu sehen. Weitere Informationen unter: www.visitbritain.com

Frau Pill, für welche Filme haben Sie bereits die passenden Drehorte gesucht?

Sehr unterschiedliche. Die bekanntesten sind sicherlich Cinderella oder Mamma Mia.

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Und jetzt für den 007-Film "Spectre".

Ja, für einen Bond-Film zu arbeiten ist wohl so etwas wie ein Lebensziel eines Location Managers – zumindest war es so bei mir.

Warum ist es so besonders?

James Bond kennt jeder. Man muss nichts erklären und egal, an wen man Anfragen für eine Drehgenehmigung stellt, man spürt sofort diese enorme Bereitschaft, helfen zu wollen. Wir haben zum Beispiel Lichter auf dem Dach des britischen Unterhauses, das eigentlich niemand betreten darf, angebracht.

Wie läuft so etwas ab?

Wenn die Drehorte feststehen, muss ich die Behörden anschreiben. Für etwa 20 Locations in London habe ich allein 11.000 Briefe geschrieben. Sie müssen sich das so vorstellen: Wenn eine Verfolgungsjagd gedreht wird, ist diese Szene vielleicht an fünf verschiedenen Orten entstanden. Der Wagen fährt auf einer Straße und wenn er abbiegt, kann diese Einstellung an einer ganz anderen Stelle sein. Das alles muss koordiniert werden – vom zeitlichen Ablauf über die Straßensperrungen bis hin zum Sicherheitspersonal vor Ort. Wenn sie noch dazu auf der und im Umfeld der Westminster Bridge drehen, wird es noch schwieriger, da es das Regierungsviertel ist.

Und welcher Ort war beim neuen James-Bond-Film die größte Herausforderung?

Die Themse. Sie glauben gar nicht, wie dunkel London bei Nacht ist. Wir mussten beide Flussufer und alle Brücken zwischen der Westminster und der Vauxhall Bridge beleuchten. Auf jedes Gebäude und an 17 Brückenpfeilern haben wir Lampen angebracht. Bei einem der am stärksten befahrenen Flüsse Europas keine leichte Aufgabe. Für sieben oder acht Drehs in der Nacht haben wir zwölf Wochen lang Vorbereitungen getroffen. Wir mussten allein 32 Generatoren aufstellen, die die Lampen mit Strom versorgten. Und diese müssen natürlich auch bewacht werden.

Wie finden Sie die passenden Drehorte?

Selbst in London manchmal per Zufall, wie etwa ein leerstehendes Gebäude mitten im Zentrum, das noch nie in einem Film vorkam. Andere Orte sind bei Filmcrews beliebt und bekannt. Im Blendheim Palace außerhalb Londons wurde zum Beispiel nicht nur "Spectre", sondern auch "Mission Impossible" gedreht. Für andere Drehorte recherchiere ich zunächst im Internet und schaue mir zehn bis 15 Locations an, um die richtige zu finden.

Wie lange dauert die Arbeit an einem Filmprojekt und welches steht als nächstes an?

Für "Spectre" habe ich 20 Monate gearbeitet. Was jetzt kommt, weiß ich noch nicht. Wenn ich es mir aussuchen kann, würde ich jetzt gern etwas Ruhiges machen (lacht).

"James Bond 007 - Spectre" ist ab dem 5. November deutschlandweit in den Kinos zu sehen.

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