Die Geburtsstunde von James Bond ist nicht einfach festzulegen. Bereits acht Jahre vor dem ersten offiziellen, von Eon Productions Ltd. produzierten Bond-Film, der unter dem Titel "James Bond – 007 jagt Dr. No" mit Sean Connery in der Hauptrolle in die Kinos kam, erschien mit "Casino Royale" ein erster filmischer Auftritt des Agenten als TV-Adaption. Grundlage war Ian Flemings gleichnamiger Roman. Die Hauptrolle spielte seinerzeit Barry Nelson, der es jedoch nie auf die Liste der offiziellen Bond-Darsteller brachte, ebenso wenig wie David Niven, der 1967 – ebenfalls in einer Verfilmung von Casino Royale – auch als James Bond zu sehen war.

Seit diesen Anfängen ist viel Zeit vergangen. Am 26. Oktober 2015 feierte mit "James Bond 007: Spectre" (Originaltitel: Spectre) der 24. Film der Reihe seine Weltpremiere. In Deutschland startete der Erfolgsstreifen am 5. November 2015. Der 24. Film der Reihe ist gleichzeitig der vierte Film mit Daniel Craig in der Titelrolle. Der Film übertraf sämtliche Erwartungen und legte in Großbritannien den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten hin. "Spectre" erzielte im Vereinigten Königreich in den ersten sieben Tagen Einnahmen in Höhe von 63,8 Millionen US-Dollar.

Daniel Craig als sechster Bond

Für Daniel Craig war der Weg zu diesem Erfolg recht steinig. Als er 2005 den Part als James Bond von seinem Vorgänger Pierce Brosnan übernahm und als sechster Darsteller des britischen Geheimagenten in die Geschichte eingehen sollte, war die Reaktion von Medien und Zuschauern eher ablehnend. Direkt nach der Vorstellung als neuer 007 wurde Daniel Craig von der Presse und dem Publikum als zu blond, zu unscheinbar und zu ängstlich bezeichnet. Seinerzeit gingen Bilder um die Welt, die Daniel Craig mit Schwimmweste in einem Schnellboot der Königlichen Marine zeigten – Daniel Craig hielt sich, so die Deutung vieler, krampfhaft fest und ließ jegliche Abgebrühtheit vermissen. Der Spitzname "James Bland" (James Langweilig) wurde geboren. Doch einige seiner Vorgänger (Pierce Brosnan, Sean Connery und Roger Moore) und auch zwei der berühmten Bond-Bösewichte Christopher Lee und Toby Stephens gaben Craig Rückendeckung.

Bösewichte, Schurken und üble Machenschaften

James Bond rettet pro Film mindestens einmal die Welt. Das Schurkenuniversum wird dabei jeweils dem aktuellen politischen Geschehen angepasst. Dass die Schurken und Bösewichte dabei den berühmtesten Geheimagenten der Welt schon mal an die Wand spielen, liegt an der sehr sorgfältigen Auswahl des jeweiligen Darstellers. Namhafte und weltweit erfolgreiche Schauspieler wie Gert Fröbe, Donald Pleasence, Telly Savalas, Christopher Lee, Curd Jürgens, Steven Berkoff, Klaus Maria Brandauer, Christopher Walken, Jeroen Krabbé, Sean Bean, Jonathan Pryce, Sophie Marceau, Robert Carlyle, Toby Stephens, Mads Mikkelsen, Mathieu AmalricJavier Bardem und Christoph Waltz gaben sich die Ehre und traten als Bond-Gegenspieler in Erscheinung. Doch trotz der prominenten Namen, waren es meist die Rollenfiguren, die in Erinnerung blieben: Auric Goldfinger, Ernst Stavro Blofeld, Francisco Scaramanga, Karl Stromberg, Max Zorin oder Le Chiffre.

Handlanger

Den Schurken stehen eine Vielzahl an Handlangern zur Seite und meistens einer, der aus dem Kreis der unscheinbaren, namenlosen Kampfmaschinen herausragt. Odd Job, Schnickschnack, Beißer, May Day, Necros, Stamper oder Mr. Kil sind nur einige, die besonders - vor allem wegen ihrer ausgefallenen Namen - auffielen. In der 2006er Version von "Casino Royale" stehen Le Chiffre gleich drei erwähnenswerte Handlanger zur Seite - Kratt, Alex Dimitrios und Valenka – auf drei Handlanger kann sich auch "Spectre"-Schurke Ernst Stavro Blofeld/Franz Oberhauser verlassen (Mr. Hinx, Max Denbigh "C" und Marco Sciarra).

Bond-Girls

Was wären die 007-Filme ohne ihre Bond-Girls? Mit mindestens der gleichen Präzision wie die Auswahl der Bösewichte, findet auch die Auswahl der Bond-Girls statt. Und ebenso wie der Titel Bond-Bösewicht ein Highlight jeder Schauspieler-Vita ist, so ist auch der Titel Bond-Girl ein Label, das auf die Karriere vieler Darstellerinnen äußerst belebend wirkt. Auch hier sind viele Namen in Erinnerung geblieben, selbst wenn die Filme schon einige Jahre alt sind, der Glanz des jeweiligen Bond-Girls bereits verblasst scheint: Ursula Andress, Karin Dor, Diana Rigg, Jill St. John, Jane Seymour, Britt Ekland, Carole Bouquet, Kim Basinger, Teri HatcherHalle Berry oder Eva Green. Auch die Rollennamen der Bond-Girls sind so fantasievoll und beeindruckend wie ihre Auftritte oder ihre Outfits. Sei es Rosamund Pike als die eiskalte Schönheit Miranda Frost in "Stirb an einem anderen Tag" oder Gemma Arterton als Strawberry Fields in "Ein Quantum Trost", bei der Namenswahl wird deutlich, dass die Filme rund um 007 auch immer eine Spur Ironie und Überzeichnung mitbringen.

Bond-Kosmos

Zum allumfassenden Bond-Kosmos gehört neben dem Hauptdarsteller, den Schurken und deren Handlangern, sowie den Bond-Girls, auch noch das Personal des MI6. Mit "M" an der Spitze, dem Tüftler "Q" und natürlich mit Miss Moneypenny, Ms Sekretärin, die sich durch eine ganz besondere Vorliebe für James Bond auszeichnet und als Running Gag ständig die Anschmachtende gibt und doch niemals über einen harmlosen Flirt mit ihrem James hinauskommt. Für die Filme bis 1985 gehörte der Kanadierin Lois Maxwell die Rolle als Miss Moneypenny. Wer heute eine Wiederholung eines Sean-Connery-Films im TV anschaut, der bleibt an dem akkuraten Auftreten der Sauberfrau mit Organisationstalent hängen. "Casino Royale" (2006) und "Ein Quantum Trost" (2008) kamen ganz ohne Vorzimmerfee aus, erst bei "Skyfall" (2012) kehrte mit Naomie Harris eine versierte Assistentin für M zurück, die anders als ihre Vorgängerinnen durchaus mehr als nur ein ansehnliches Äußeres zu präsentieren weiß und über eine bloße Stichwortgeberin herauswachsen durfte.