Darum ist der Actionfilm mehr als eine James Bond-Parodie
Das Problem war natürlich allen bewusst. Jeder Film, in dem britische Spione auch nur entfernt eine Rolle spielen, muss sich an den James-Bond-Produktionen messen lassen. Regisseur Matthew Vaughn ging das Dilemma offensiv an. In "Kingsman: The Secret Service", das Abenteuer kam im März 2015 in die Kinos, ließ er den titelgebenden, britischen Gentleman-Geheimdienst um Harry Hart (Colin Firth) dem berühmtesten Agenten aller Zeiten unentwegt die Referenz erweisen.
Mehr Action als Parodie: Warum „Kingsman: The Secret Service“ überrascht
Von den cleveren Anspielungen und den perfekt sitzenden Maßanzügen sollte man sich dennoch nicht täuschen lassen: Vaughns Verfilmung einer Comic-Vorlage, bei ProSieben nun erneut zu sehen, ist keine lustige Parodie oder stilvolle Hommage, sondern unterhält als eigenständiges, knallbuntes und teilweise gar überraschend krawalliges Action-Spektakel. Das "Kingsman"-Konzept ist inzwischen als Reihe erfolgreich. Nach "Kingsman – The Golden Circle" (2017) startete 2022 der dritte Film unter dem Titel "The King's Man: The Beginning", ein Prequel mit Ralph Fiennes in der Hauptrolle. An ihn soll sich "The King's Man: The Traitor King" anschließen, die Vorbereitungen laufen.
Im ersten Film, "Kingsman: The Secret Service", präsentierten sich die Agenten zunächst als wahre britische Gentlemen: Hinter der Fassade eines Herrenausstatters in der Londoner Saville Row wachen sie als nicht-staatlicher Geheimdienst im Geheimen über die Sicherheit der Welt. Als bei der Rettungsaktion eines entführten Wissenschaftlers einer der Agenten getötet wird, erforscht Agent Harry Hart die Hintergründe und stößt schnell auf die verdächtigen Umtriebe des Milliardärs Valentine (Samuel L. Jackson).
Tempo statt Nostalgie: „Kingsman“ als Gegenentwurf zum klassischen James Bond
Eingefleischte Bond-Fans haben ihre Freude an einem altmodischen, irren Superschurken mit Sprachfehler und hanebüchenem Weltverbesserungsplan. An seiner exotisch anmutenden Assistentin, die mit ihren stählernen Beinprothesen ihre Gegner zerteilt. An unsinnigen Gadgets und unterhaltsamen Insider-Gags.
Und jüngere Zuschauer, die James Bond nicht mit Sean Connery oder Roger Moore gleichsetzen, sind von den virtuos choreografierten, modern inszenierten und mit reichlich Knalleffekten versehenen Kampfszenen begeistert. Lediglich die bisweilen etwas überzogenen Gewaltausbrüche hätte es nicht gebraucht.
Kingsman: The Secret Service – So. 01.02. – ProSieben: 20.15 Uhr
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH