Gemeinsam mit ihrer Tochter hat Maria Furtwängler drei Studien zum Frauenbild in den sozialen Medien und Musikvideos in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse geben Anlass zur Sorge.

"Tatort"-Star Maria Furtwängler ist nicht nur eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen, sondern auch gesellschaftlich interessiert und aktiv. Wie "Spiegel Online" nun vermeldet, gab die 52-Jährige gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth im Zuge ihrer Stiftung MaLisa mehrere Studien in Auftrag. Diese sollten analysieren, wie sich junge Frauen auf Instagram und YouTube ausdrücken und inwiefern sie sich dabei an bekannten Influencerinnen orientieren. Eine dritte Studie hatte die Analyse von Geschlechterdarstellungen in den 100 beliebtesten Musikvideos zum Ziel. Das ernüchternde Ergebnis wurde nun von Furtwängler in Berlin vorgestellt: So basiere die weibliche Selbstinszenierung hauptsächlich auf konservativen Rollenbildern und bediene Geschlechter-Klischees.

Schon vor zwei Jahren konnte die Stiftung eine besorgniserregende weibliche Unterrepräsentanz in Film und Fernsehen feststellen. Die nun durchgeführten Studien scheinen die damalige These zu verstärken: So seien Frauen in den jeweils 100 beliebtesten Musikvideos, YouTube- und Instagram-Kanälen nur etwa halb so oft vertreten wie Männer.

Kritisch beurteilt werden auch die Inhalte auf den jeweiligen Plattformen: So präsentieren sich junge Frauen auf ihren YouTube-Channels vor allem im privaten Bereich und geben hauptsächlich kosmetische Tipps. In Musikvideos werden Frauen oft nur als Zierwerk eingesetzt und auch auf Instagram bietet sich ein schwieriges Bild: Erfolgreich seien dort vor allem diejenigen Frauen, die sich der aktuellen Schönheitsnorm anpassen und Mode- sowie Beauty-Inhalte thematisieren.

Im Interview mit "Spiegel Online" bringt Maria Furtwängler die Ergebnisse auf den Punkt: "Junge Frauen präsentieren sich eher im privaten Raum und deklarieren ihre Tätigkeit als Hobby. Es wird genäht, gekocht, gebastelt, oft geht es um Beauty-Tipps und Dating." Ganz im Gegensatz zu ihren männlichen Mitstreitern: "Junge Männer zeigen sich häufiger im öffentlichen Raum und haben eine sehr viel größere Spannbreite an Ausdrucksmöglichkeiten: Entertainment, Gaming, Comedy oder auch mal Politik." Zudem sei Geschäftstüchtigkeit kein Thema, das von den Followern weiblicher Kanäle geschätzt werden: "Von Mädchen wollen alle nur das perfekte Bild sehen."

Das Propagieren solcher Stereotype erklärt Furtwängler wie folgt: "Es ist eine erstaunliche normierende Macht, die durch die sozialen Medien ausgeübt wird." Mit ihrer Einschätzung hebt sie einen großen Missstand hervor: "Frauen sind jedenfalls umso erfolgreicher, je mehr sie sich an den engen Rollenvorgaben orientieren. Das uniforme Frauenbild ist alarmierend. Es leugnet und ignoriert in weiten Teilen weibliche Diversität."

Furtwängler weiß, wovon sie spricht. Schließlich bietet sie als knallharte TV-Kommissarin Charlotte Lindholm einen erfrischenden Gegenpart zur Jungfrau in Nöten. Ihr Unterlaufen von Gender-Klischees kann man am kommenden Sonntag, 3. Februar, im neuen "Tatort" (ARD, 20.15 Uhr) erneut bestaunen – in "Das verschwundene Kind" erhält Furtwängler zudem Unterstützung von Neu-Kommissarin Florence Kasumba.


Quelle: teleschau – der Mediendienst