Die Abenteuershow "Survivor" bekommt eine neue Chance im deutschen Fernsehen. Ab Montag, 16. September 2019, strahlt VOX eine neue Ausgabe aus. Die 13 Staffeln sind jeweils eine Woche vorher schon bei TVNOW zu sehen. 18 Kandidaten stellen sich dem knüppelharten Wettkampf und hoffen auf eine halbe Million Euro. Doch mit welcher Taktik gehen die Kandidaten das Abenteuer an?

39 Tage abseits der Zivilisation, ohne Nahrungsvorräte, ohne Zahnbürste, ohne Seife: Auf die 18 "Survivor"-Kandidaten warten harte Prüfungen. Unter den Kandidaten findet man nicht die sonst in vielen Reality-TV-Shows so häufig vertretene Gattung der Instagram-Influencer. "Das Tolle ist, dass die Spieler bei 'Survivor' Leute wie du und ich sind", erklärt Moderator Florian Weber. "Erzieherin, Uniprofessorin, Feuerwehrmann, Zahnarzt, Bankangestellte, Politiker, Bundeswehrsoldat, im Alter von Anfang zwanzig bis über sechzig."

Auf einer bis zum Einfall der "Survivor"-Crew unbewohnten und naturbelassenen Insel müssen die Kandidaten Wettkämpfe bestreiten. Sie werden in Gruppen eingeteilt. Die Verlierergruppe muss jeweils einen Kandidaten nach Hause schicken. Erst gegen Ende, wenn nur noch wenige Spieler übrig sind, werden sie in einer Gruppe zusammengeführt. Waren sie vorher noch Gegner, müssen sie nun zusammenarbeiten. In der Finalfolge wählt eine Jury bestehend aus den ausgeschiedenen Spielern den Gewinner. 

Wer sind die 18 Kandidaten bei "Survivor"? In unserer Bildergalerie stellen wir sie vor.

Es geht um Anpassung in die Gruppe, um Allianzen, um Taktik, um Manipulation. "Es ist ein Spiel um 500.000 Euro. Moralische Grenzen spielen für mich nicht so eine große Rolle", erklärt Kandidat Abdallah (30), Chirurg aus Berlin. Man muss stark sein, um weiterzukommen. Wer aber einen zu starken Eindruck macht, wird als Konkurrent wahrgenommen. Und das ist den Kandidaten durchaus bewusst.

So sagt Bärbel (40), die Medienwissenschaften und Kommunikationswissenschaft an der Universität Coventry (England) lehrt, über ihre Strategie: "Mit der Gruppe klarkommen, mich nützlich machen, in Wettkämpfen alles geben, was ich habe, auch um Respekt zu gewinnen. Danach, wenn die Gruppen zusammengelegt sind, klug manipulieren, unter dem Radar bleiben und genügend Drähte ziehen, um ein gutes Plädoyer zu haben."

Abdallah möchte sich ebenfalls erst einmal zurückhalten."Ich darf nicht überspielen und mit der Strategie und Taktik zu früh anfangen", sagt er. Wie viele andere Kandidaten hat auch er die Sendung in anderen Ländern gesehen. In den USA ist "Survivor" beispielsweise ein Dauerbrenner. dort sind schon 38 Staffeln der Abenteuershow gelaufen. Abdallah möchte es machen wie seine Lieblingsgewinner: "Sie alle haben sich nicht in den Mittelpunkt gestellt, hatten dennoch alles unter Kontrolle und haben zum richtigen Zeitpunkt die stärksten Leute aus ihren Allianzen abgewählt." 

"Man muss bereit sein, verschiedene Rollen einzunehmen, sprich Mitläufer, Anführer, Jäger, Gejagter…", sagt Student Jonah (23) aus Neumünster. Und Dania (28) aus Wittenberg, die mittlerweile in Schweden lebt, sagt klipp und klar: "Ich werde von vorne bis hinten lügen! Da habe ich keine Hemmungen." 

Das sieht allerdings nicht jeder so. "Flunkereien sind erlaubt, ohne sie geht es nicht. Lügen aber gehen nicht!", meint Ingo (44) aus Marburg. "Jeder Spieler hat ein Leben nach der Show und ich möchte mein Gesicht bewahren und mein Leben 'danach' wieder führen wie bisher", so der Arzt. Ob er damit weit kommt?

Die neue Staffel ist senderübergreifend übrigens bereits die vierte "Survivor"-Staffel in Deutschland. 2000 strahlte RTL II die Show unter dem Namen "Expedition Robinson" aus, die zweite Staffel hieß dann bereits "Survivor". 2007 holte ProSieben das Format zurück ins deutsche Fernsehen, doch ein Erfolg wie in anderen Ländern war "Survivor" hierzulande bislang nicht beschert. Ob sich das bei VOX ändern wird, bleibt abzuwarten. Die erste Folge läuft am Montag, 16. September, ab 20.15 Uhr. Im Premium-Bereich von TVNOW steht sie bereits als Stream zur Verfügung.