"Ich danke meinem sehr guten Freund Rupert Murdoch. Er ist einfach unvergleichlich gut." Donald Trump machte in einer Rede keinen Hehl daraus, auf wen er sich verlassen konnte. Schließlich war es Murdochs Haussender Fox News gewesen, der zur US-Wahl 2016 für Trump massiv die Werbetrommel gerührt und damit geholfen hatte, ihn als 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ins Amt zu hieven. Doch wer ist der Unternehmer, der am 11. März seinen 95. Geburtstag feiert, überhaupt – und wie schaffte er es, soviel (Medien-)Macht auf sich zu vereinen?
Murdoch wurde am 11. März 1931 in Melbourne geboren. Den Einstieg ins Mediengeschäft erlebte er bereits mit Anfang 20: Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Sir Keith Murdoch im Jahr 1952 übernahm der damals 21-Jährige dessen Unternehmen. Zum Nachlass gehörten zu diesem Zeitpunkt nur noch zwei Regionalzeitungen und ein Radiosender. Große Teile des Konzerns waren zuvor an Gläubiger gegangen, außerdem blieben Schulden zurück. Murdoch baute auf dieser Basis ein größeres Mediengeschäft auf. In Australien erwarb er weitere Titel, darunter Regionalzeitungen wie den "Daily Mirror" in Sydney oder die "Sunday Times" in Perth. 1964 gründete er mit "The Australian" die erste landesweite Tageszeitung des Landes.
Über Zeitungen übte Murdoch seinen politischen Einfluss aus
Durch Kampfeswillen, wirtschaftliches Geschick und womöglich auch unbändigen Egoismus gelang es Murdoch, seine Marktpräsenz weit über Australien hinaus auszubauen. Seine Taktik änderte sich dabei kaum: Er kaufte zunächst die auflagenstärksten Boulevardzeitungen, es folgten die seriösen Blätter und dann TV-Stationen. Murdochs Geschäftsstrategie setzte häufig auf Krawall-Journalismus mit zugespitzten Schlagzeilen und hohen Auflagen.
In Großbritannien profitierte Murdoch bei seinem Aufstieg von Veränderungen im Medienrecht. Die damalige Premierministerin Margaret Thatcher passte eine Regelung an, die ihm den Besitz mehrerer Zeitungen erlaubte. Mehrere seiner Blätter berichteten anschließend positiv über ihre Politik. Auch spätere Regierungschefs wie Tony Blair oder David Cameron standen regelmäßig im Fokus der Murdoch-Medien. In der BBC-Dokumentation "Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie" sprach Schauspieler Hugh Grant über diesen Einfluss: "Ich glaube nicht, dass David Cameron oder Tony Blair es gewagt haben, auch nur zu husten, ohne die Erlaubnis von Rupert Murdoch."
Auch in den USA baute Murdoch sein Imperium schrittweise auf: 1973 kaufte er Zeitungen in Texas, drei Jahres später folgte die Übernahme der "New York Post". Kurz darauf begann der Aufbau eines Fernsehgeschäfts: In den 1980er-Jahren kaufte Murdoch das Hollywood-Studio 20th Century Fox und gründete anschließend das Fox Broadcasting Network. Das neue Netzwerk etablierte sich neben den großen US-Sendern ABC, CBS und NBC. 1996 startete schließlich der Nachrichtensender Fox News.
Murdochs Prioritäten: Murdoch, Murdoch, Murdoch und Murdoch
Natürlich musste auch Murdoch immer wieder Rückschläge einstecken – etwa als er seine britische Boulevardzeitung "News of the World" im Jahr 2011 nach einem Abhörskandal einstellen musste. Sein Imperium wuchs dennoch immer weiter: In der alljährlich vom Wirtschaftsmagazin "Forbes" veröffentlichten Liste der reichsten Menschen der Welt rangieren Murdoch und seine Familie aktuell auf Platz 112 mit einem Vermögen von rund 23 Milliarden Dollar – mehr als jeder andere Medienunternehmer.
Dass Murdoch in diese Position gelangte, ist wohl vor allem das Ergebnis einer absouten Skrupellosigkeit. In der BBC-Dokumentation beschreibt Alastair Campbell, früherer Regierungssprecher von Tony Blair, den Unternehmer so: "Zwei Dinge müssen sie über Murdoch wissen. Zum einen, er ist ein echter Mistkerl. Und die einzige Möglichkeit damit klarzukommen, ist, sich auch wie ein Mistkerl zu verhalten. Sonst hat er keinen Respekt vor einem. Die zweite Sache, die sie über ihn wissen müssen, ist seine Prioritätenliste in seinem Universum. Erstens Rupert Murdoch, zweitens Rupert Murdoch, drittens Rupert Murdoch, viertens Rupert Murdoch – mehr nicht. Alles dreht sich nur um ihn und seine Geschäftsinteressen."
Streit um Murdoch-Erbe inspirierte gefeierte Serie
Um höchstselbst seine Geschäftsinteressen zu wahren, blieb Murdoch bis 2023 Executive Chairman der News Corp und der Fox Corporation. Schon vor seiner Abdankung entwickelte sich ein Kampf um sein Erbe, die hochgelobte HBO-Serie "Succession" wird als Anspielung auf diese Streitigkeiten gesehen. Zuletzt beschäftigte ein Rechtsstreit die Familie Murdoch. Seine Kinder James Murdoch, Elisabeth Murdoch und Prudence MacLeod wehrten sich 2024 gegen den Versuch ihres Vaters, die Struktur eines Familientrusts zu verändern. Der Fonds hält einen bedeutenden Anteil an News Corp und Fox.
Murdoch argumentierte, eine einheitliche Kontrolle sichere den wirtschaftlichen Wert der Unternehmen. Seine Kinder fürchteten dagegen eine Verschiebung der Stimmrechte. Im September 2025 wurde schließlich eine neue Struktur bekannt: Anteile im Wert von rund 3,3 Milliarden Dollar wurden aus dem Familientrust herausgelöst. James, Elisabeth und Prudence verloren ihre Stimmrechte an den Medienkonzernen. Die Kontrolle über das Familienstift liegt nun vollständig bei Murdochs ältestem Sohn Lachlan.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH