Neustart

Der Graf mit großer Dankbarkeit für seine Frau: „Ohne sie wäre ich nie Musiker geworden“

10.03.2026, 14.07 Uhr
Neun Jahre lang war es still um den Grafen von Unheilig. Der Sänger hatte sich bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und viel in seinem Leben verändert. Mit uns sprach er offen darüber, warum er damals einen radikalen Schnitt machte und welche Rolle seine Frau dabei spielte.

Nach dem Ende seiner Karriere zog der Graf einen klaren Schlussstrich. „Ich habe mein Handy gewechselt, mein Haus verkauft, mein Studio verschenkt“, erzählt er. Gemeinsam mit seiner Frau zog er in eine kleinere Wohnung, später reisten sie viel mit dem Wohnmobil, unter anderem nach Spanien. Drei Jahre lang habe er „null Kontakt“ zur Musikbranche gehabt.

Ganz verschwunden war die Musik aber nie aus seinem Leben. Immer wieder schrieb er Texte und nahm kleine Demos auf. Die Songs hörte er oft gemeinsam mit seiner Frau auf Reisen. „Wir saßen im Wohnmobil und dachten: Die Songs sind eigentlich zu gut, um sie nicht zu veröffentlichen.“

Ein Moment im Krankenhaus

Besonders prägend war ein gesundheitlicher Schreckmoment. Wegen zu hohen Blutdrucks landete der Graf bei einer Untersuchung in der Notaufnahme – zeitweise stand sogar der Verdacht auf einen stillen Herzinfarkt im Raum. „Da gehen dir plötzlich viele Dinge durch den Kopf“, sagt er rückblickend. Als er seiner Frau am Telefon erklären musste, dass er möglicherweise einen Herzinfarkt habe, begann er sein Leben neu zu hinterfragen.

Die Frau, die alles möglich machte

Dass er überhaupt Musiker wurde, schreibt der Graf vor allem einer Person zu: seiner Frau. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit. „Ich kenne meine Frau, seit ich fünf bin“, erzählt er und sagt offen: „Ohne sie wäre ich niemals Musiker geworden.“

Lange hielt er sein Privatleben bewusst aus der Öffentlichkeit heraus. Doch dieses Schweigen sei irgendwann zur Belastung geworden. „Es hat mich immer gestört, dass ich Erfolg habe und Menschen gibt, denen ich das zu verdanken habe, aber ich nicht darüber reden kann.“

Familie statt Dauerstress

Die vergangenen Jahre haben seinen Blick auf Karriere verändert. Früher sei er oft monatelang allein unterwegs gewesen – ein Lebensstil, der ihn zunehmend belastete.

Heute setzt er klare Prioritäten. Wenn er arbeitet, dann anders als früher. „Meine Familie geht mit auf Tour, sonst mache ich das nicht“, sagt er. Das verändere auch die Atmosphäre unterwegs: „Du hast nicht nur Gespräche über Technik oder Gitarren, sondern auch ganz normale Dinge aus dem Leben.“

Weniger Termine, mehr Leben

Auch sein Arbeitstempo hat der Sänger bewusst gedrosselt. Früher wollte er alles kontrollieren und Termine dicht an dicht legen. Heute setzt er Grenzen. „Wenn ich zehn Termine habe, mache ich fünf“, sagt der Graf. Früher habe er Auftritte und Interviews oft im Eiltempo „durchgeprügelt“. Diese Art zu arbeiten, komme für ihn heute nicht mehr infrage.

Ein anderer Blick auf Erfolg

Heute wirkt der Graf deutlich entspannter als früher. Der Druck sei zwar immer noch da, sagt er, doch er gehe anders damit um. Die wichtigste Erkenntnis aus den vergangenen Jahren sei für ihn eine andere: Erfolg bedeute wenig ohne die Menschen, die einen begleiten. Oder, wie er selbst sagt: „Ohne meine Frau wäre ich nie Musiker geworden.“

Das ganze Interview mit dem Grafen lest ihr hier.

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