Verhaftet bei USA-Einreise: Davor sorgte sich Michael Mittermeier
"Ich denke gar nicht viel nach. Ich geh auf die Bühne und hau' raus." Das ist das Stand-up-Credo von Michael Mittermeier, der das Comedy-Genre des spontanen Komikers auf der Bühne in Deutschland quasi begründete. Das war so, als er 1986 die Karriere begann, und so sei es immer noch, erzählte er beim Frühstücks-Talk mit Moderatorin Nadine Krüger in "Volle Kanne" (ZDF).
"Am Anfang habe ich viele Shitstorms bekommen", erinnerte er sich. Für eine direkte Sprache, die damals im Fernsehen noch als ordinär galt. Das Gefühl "Ich darf gar nichts mehr sagen" sei ihm aber fremd. "Wenn du als Comedian sagst, 'Ich darf das nicht sagen' – dann bleib daheim, werde Bäcker." Über das, was er sagen wolle, denke er nicht intensiv nach. "Ich gehe an die Grenzen, aber ich habe ja auch ein Gefühl. Ich spür schon, was geht."
Seine Hauptaufgabe sehe er ohnehin darin: "Die Leute wollen zwei Stunden aussteigen. Man muss auch mal lachen über den Wahnsinn, der da draußen ist."
Da gibt es eine ganze Menge Wahnsinniges. Und vor allem jenseits des großen Teiches. In Amerika spielte Mittermeier erstmals 2003 in New York ein englischsprachiges Stand-up-Programm. Mittlerweile ist er da häufiger Gast. Zuletzt auf Einladung des US-Kollegen und mehrfachen Grammy-Preisträgers David Chappelle. Und da machte sich Mittermeier nach eigener Aussage erstmals Gedanken und Sorgen über eine mögliche Ausweisung.
Mittermeier über WM in den USA: "Vielleicht schaffen es nicht alle zurück nach Hause"
Die Administration von Donald Trump hat nicht nur die Ausweisungen verschärft, sondern auch das Einreise-Prozedere. Social-Media-Accounts können geprüft werden. Da gäbe es auch bei Mittermeier einiges zu finden. "Ich hab dann echt überlegt, ob ich da was löschen soll." Denn er habe schon einige Geschichten über Donald Trump. Etliche und zu viele, weshalb er zum Schluss kam: "Ich hab's gelassen – ich hatte nicht so viel Zeit."
Er machte sich letztlich unbegründete Sorgen, er durfte einreisen. Andererseits, so schmunzelte er in der Morgen-Sendung: "Wenn die mich verhaftet hätten, den bayerischen Komiker, das wäre die beste Werbung gewesen."
Mittermeier macht sich mit Blick auf das Amerika unter Donald Trump auch Sorgen um die Fußball-Weltmeisterschaft, die im Juni und Juli neben Mexiko und Kanada auch in den USA stattfinden soll. Auf seine typisch, ironische Art: "Vielleicht schaffen es nicht alle aus der deutschen Mannschaft zurück nach Hause – oder nur über einen Umweg nach El Salvador." Und die Stimmung im Stadion mit den "ICE-Ultras im Block" halte er auch für bedenklich. "'You never walk alone' hat da ne ganz andere" Bedeutung. Aber: "Wir werden sehen."
Derzeit ist Mittermeier mit seinem aktuellen Programm "Flashback – Die Rückkehr der Zukunft" noch bis Sommer auf Tournee. Demnächst startet aber bereits der Vorverkauf für sein nächstes Programm "Old Boy". Das ist selbstironisch und passt. Denn: Der Mann wird demnächst – am 4. April – tatsächlich schon 60 Jahre alt.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH