Donald Trumps Wutrede gegen Netflix: Hintergrund des neuen Medienkonflikts
Donald Trump übt erneut politischen Druck gegen Vertreter der US-Medienbranche aus. In einem Post auf seinem eigenen sozialen Netzwerk Truth Social wetterte der US-Präsidentin gegen Susan Rice, ein Vorstandsmitglied des Streaminganbieters Netflix. Auslöser waren durch Rice getätigte Aussagen über ein eventuelles Ende der Trump-Ära. Im Fall einer Machtübernahme der Demokraten würden Unternehmen, die Richtlinien und Prinzipien verletzt hätten, um sich mit Trump gut zu stellen, "zur Verantwortung gezogen" werden würden. Trump sei nicht beliebt, so Rice, "also wird es wahrscheinlich eine Gegenreaktion geben".
Rice ist selbst hochrangiges Mitglied der demokratischen Partei. Sie arbeitete sowohl für Joe Biden als auch für Barack Obama während deren Amtszeiten als Beraterin. "Netflix sollte die rassistische, von mir besessene Susan Rice SOFORT feuern oder die Konsequenzen tragen", droht der Republikaner Netflix in dem Post. "Sie hat kein Talent und keine Fähigkeiten – sie ist eine politische Hochstaplerin."
Donald Trump greift Netflix an: Streit um Medienmacht eskaliert
Mit in den Post eingebunden hat Trump einen Post der rechtskonservativen Aktivistin Laura Loomer, die Rices Aussagen als Ankündigung der Ausübung politischer Rache auslegt. "Rice sagt im Prinzip, dass die Demokraten gegen alle vorgehen werden, die Präsident Trump unterstützt haben, und einen Rechtskrieg gegen potenziell Millionen von Amerikanern lostreten." Rice bezog sich in ihren Aussagen jedoch ausschließlich auf hohe Führungskräfte von US-Unternehmen.
Dass Trump Loomers Analyse aufgreift, um eine weitere Attacke gegen Netflix zu starten, dürfte im Zusammenhang mit dem Versuch des Konzerns stehen, Warner Bros Discovery zu übernehmen. Sollte der Kauf stattfinden, dürfte das den Einfluss des Streaminggiganten in der Medienlandschaft nicht nur in den USA stärken. Netflix hat in der Vergangenheit wiederholt mit der Produktionsfirma Higher Ground Productions von Ex-Präsident Barack Obama und der ehemaligen First Lady Michelle Obama zusammengearbeitet.
Neben Netflix ist auch Paramount Skydance an einem Kauf von Warner Bros. Discovery interessiert. Mit David Ellison steht dem Konzern ein Trump wohlgesinnter konservativer Unternehmer vor. Würde Paramount den Zuschlag kriegen, könnten die Republikaner daraus Kapital schlagen. So hat Ellison Trump bereits zugesagt, in diesem Fall weitreichende Änderungen an dem den Demokraten nahestehenden liberalen Nachrichtensender CNN vorzunehmen.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH