Abschied von Stefanie Reinsperger

Ohne Vorwissen keine Chance? Darum war dieser "Tatort" so kompliziert

23.02.2026, 12.58 Uhr
Der "Tatort: Schmerz" aus Dortmund stellt eine echte Herausforderung dar. Ohne den vorherigen Fall "Abstellgleis" bleibt vieles unklar. Zudem verabschiedet sich Stefanie Reinsperger als Kommissarin Rosa Herzog.

Jürgen Werner, Erfinder des Dortmunder Sonntagabend-Reviers, mutete den Zuschauern mit dem "Tatort: Schmerz" eine echte Denksportaufgabe zu. Ohne den vorletzten Fall "Abstellgleis" zu kennen, war der Film kaum zu kapieren. Was passierte noch mal im Bosnien-Krieg? Und warum geht Stefanie Reinsperger?

Mein Gott, dieser Krimi war kompliziert. Eigentlich musste man den vorletzten Dortmunder Fall, den "Tatort: Abstellgleis" vom Mai 2025 kennen, um Handlung und Auflösung folgen zu können. Zudem war der neue Fall ziemlich verworren. Man musste diverse prägnante Köpfe des Jugoslawienkrieges auseinanderhalten sowie den abscheulichen Krieg und Völkermord vor 30 Jahren auch noch in Sachen Geschichtswissen auf der Pfanne haben.

Dazu verabschiedete sich Kommissarin Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger). Wie geht es nun in Dortmund weiter? Wussten Sie, dass Kommissariats-Chefin Ira Klasnic (Alessija Lause), die in dieser Folge eine größere Rolle hat, mit einigen der berühmtesten Schauspielerinnen der Welt arbeitete? In allerdings ungeahnter Rolle ...

Darum ging es im Dortmunder "Tatort: Schmerz"

Ein Dortmunder Bordellbesitzer wurde zu Hause erschossen und die Prostituierte Maria Novak (Lorena Jurić) als Zeugin enttarnt. Wie sie hat auch Kommissariats-Chefin Ira Klasnić (Alessija Lause) einen bosnischen Hintergrund. Gerührt von der gemeinsamen Vergangenheit mit der jüngeren Frau, nahm die Beamtin die Zeugin bei sich zu Hause auf. Bald wurde klar, dass im "Tatort: Schmerz" nicht nur das Rotlichtmilieu, sondern auch Verbindungen in den Jugoslawienkrieg eine Rolle spielen.

Dabei traten einige Figuren und Erzählstränge auf, die bereits im "Tatort: Abstellgleis" vom Mai 2025 eine Rolle spielten: LKA-Ermittler Daniel Kossik (Stefan Konarske), der nach wie vor den Mord an Fabers Rivalen Sebastian Haller untersuchte, der dubiose Kunsthändler und Clan-Chef Lorik Duka (Kasem Hoxha) sowie der sanftmütige Polizist Otto Pösken (Malick Bauer), mit dem Rosa mittlerweile eine geheime Beziehung führte.

Darum ging es wirklich im Dortmunder "Tatort: Schmerz"

Natürlich um die Auflösung des nicht vollständig geklärten Mordes an Sebastian Haller im "Tatort: Abstellgleis" und die Frage, warum Rosa Herzog damals den vermeintlichen Mörder – scheinbar ohne Not – erschossen hat.

Darüber hinaus wollte Jürgen Werner, Erfinder und Stammautor des Dortmunder Reviers, natürlich seine Dortmund-Saga rund um Rache, Schuld und Traumata weitererzählen, die in dieser Folge sowohl das Stammpersonal beschäftigt als auch die Gast-Charaktere: die Täter, Angehörigen und Opfer des Jugoslawienkrieges.

Krieg in Bosnien: Warum der Konflikt so brutal eskalierte

Der Bosnienkrieg (1992 bis 1995) war der blutigste Teil der Jugoslawienkriege und entstand aus dem Zerfall des multiethnischen Staates Jugoslawien. Nach der Unabhängigkeitserklärung Bosnien‑Herzegowinas kämpften vor allem drei Gruppen: bosnische Serben, Bosniaken (Muslime) und bosnische Kroaten, jeweils unterstützt von den Nachbarstaaten Serbien und Kroatien.

Ziel war meist die Schaffung ethnisch homogener Gebiete. Daraus resultierten systematische "ethnische Säuberungen", Vertreibungen, Lager und Massaker an der Zivilbevölkerung. Höhepunkt der Gewalt war 1995 der Völkermord von Srebrenica, bei dem bosnisch‑serbische Truppen tausende bosniakische Männer und Jungen ermordeten.

Karriere vor der Kamera: Alessija Lause arbeitete jahrelang als Stuntfrau

Schauspielerin Alessija Lause, die Ira Klasnić spielt, wurde 1980 in Bad Aibling (Bayern) geboren. Ihre Mutter ist Deutsche, der Vater stammt aus Kroatien, wohin Lause als junge Frau auswanderte, um dort zu arbeiten. Dies tat sie bis 2014 vorwiegend als Stuntfrau – und dies sehr erfolgreich: Sie doubelte Stars wie Diane Kruger, Cate Blanchett und Gemma Arterton in Filmen wie "Inglourious Basterds", "Wer ist Hanna?" oder "Unknown Identity". Ihre Expertise umfasste Kampfsport (Capoeira, Taekwondo) und harte Actionszenen.

Nach fünf Jahren und elf Fällen: "Tatort"-Abschied für Stefanie Reinsperger

Stefanie Reinsperger, die als Rosa Herzog in den letzten fünf Jahren elf Filme des Dortmunder Teams bereicherte, geht auf eigenen Wunsch. Die 38-Jährige ist Ensemble-Mitglied des renommierten Wiener Burgtheaters und möchte sich wieder mehr auf die Bühne konzentrieren. Dazu ist sie auch in anderen TV-Formaten und Filmen gut im Geschäft. Zuletzt sah man sie in "Von uns wird es keiner sein", "Liebesbrief an Jenny" und der Serie "Die Affäre Cum-Ex".

Großer Neustart beim „Tatort“ Dortmund zeichnet sich ab

Vor Reinsperger verabschiedeten sich aus Dortmund bereits die Ermittler Jan Pawlak (Rick Okon), Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske). Letzerer kehrte jedoch in seiner Gastrolle als LKA-Ermittler zurück und ist auch im bereits abgedrehten nächsten Fall, dem "Tatort: Heilung", dabei. Der Sendetermin steht noch nicht fest.

Aktuell laufen die Vorbereitungen für einen weiteren Fall mit dem Arbeitstitel "Tatort: Blut und Wasser". Faber soll jedoch laut zuständigem WDR-Redakteur Frank Tönsmann kein Solo-Ermittler bleiben: "Er wird auch in Zukunft Teil eines Teams sein, mit Ira Klasnic (Alessija Lause) als Chefin." Diese Aussage lässt vermuten, dass demnächst ein oder mehrere neue Partner für Faber-Darsteller Jörg Hartmann vorgestellt werden. Noch bittet der WDR in dieser Angelegenheit jedoch um Geduld.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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